Nagelsmann: Rückkehr nach Chicago – WM-Traum lebt
Nagelsmann: Rückkehr nach Chicago – WM-Traum

WM-Reise beginnt: Nagelsmann kehrt an den Ausgangspunkt zurück

Die Reise zur Weltmeisterschaft hat begonnen. Julian Nagelsmann kehrt an den Ort zurück, an dem seine Amtszeit als Bundestrainer startete. Chicago, Winston-Salem, Houston – das sind die ersten Etappen auf dem Weg zum WM-Pokal. Der Lufthansa-Airbus „Wuppertal“ hob mit rund 60-köpfigem DFB-Tross vom Frankfurter Flughafen ab. Wegen Gewitterwolken startete der Flieger mit fast halbstündiger Verspätung. „Wir sind froh, dass uns das Gewitter nicht erwischt hat“, sagte der Kapitän des Airbus 350.

Der Traum vom Titel

Die große Frage: Wann und wo wird das WM-Schlussbild entstehen? Schon wieder frühzeitig und frustrierend wie 2018 und 2022? Oder triumphal mit dem goldenen Pokal in New York? „Bei einem Turnier hat jeder den Traum, es zu gewinnen. Wir auch. Wir werden alles reinhauen“, sagte WM-Debütant Aleksandar Pavlovic. Der 22-Jährige hält sich an Nagelsmanns Motto: „Step by step, Spiel für Spiel, Training für Training.“

Ankunft in Chicago

Im Nobelhotel „Waldorf Astoria“ im Stadtteil Gold Coast ist von WM-Stimmung noch nichts zu spüren. Schwarz-rot-goldene Fähnchen werde man nicht aufhängen, sagte ein Hotel-Mitarbeiter. Amerika ist weiterhin kein Land des Soccers. Der 26-Mann-Kader um Manuel Neuer residiert mit Blick auf den Lake Michigan. Das Trainingszentrum von Chicago Fire, dem Ex-Club von Bastian Schweinsteiger, liegt rund 20 Minuten entfernt. Dort bereitet sich das Team hinter verschlossenen Türen auf die WM-Generalprobe am Samstag (20.30 Uhr/RTL) im Soldier Field vor – ausgerechnet gegen die USA.

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Nagelsmanns Premiere

Für Nagelsmann ist es ein Zurück auf Los. Sein erstes Länderspiel als Bundestrainer am 14. Oktober 2023 in Hartford endete 3:1 gegen die USA durch Tore von Gündogan, Füllkrug und Musiala. Nun will er in der zweiten Phase der Turniervorbereitung Automatismen „einschleifen, die wir seit drei Jahren machen“ – wenn auch mit verändertem Personal.

Völlers Erinnerungen an 1994

Rudi Völler hat besondere Erinnerungen an Chicago. „Meine letzte WM als Spieler war in den USA. Jetzt geht‘s wieder dorthin“, sagte der 66-jährige DFB-Sportdirektor. 1994 war Chicago das DFB-Quartier. „Da habe ich mein letztes Tor für die Nationalmannschaft geschossen – im Achtelfinale gegen Belgien“, erzählte Völler. Beim 3:2 traf der damals 34-Jährige zweifach. Eine Runde später war Endstation. Diesmal muss das DFB-Team erst einmal so weit kommen.

Wetter und Akklimatisierung

Die befürchtete Hitze bleibt dem Team zunächst erspart. Chicago präsentierte sich frühsommerlich bei 25 Grad. Eine Brise vom See erinnert an den Spitznamen „Windy City“. Erst zum WM-Test sollen die Temperaturen steigen. Am Montag reist der Tross weiter ins WM-Quartier nach Winston-Salem in North Carolina. Vor dem Ernstfall am 14. Juni gegen Curaçao geht es um die Anpassung an die Zeitumstellung von sieben Stunden. „Genügend trinken, gut schlafen“, nennt Jonathan Tah als wichtige Aufgaben. „Wir haben Kraft für so eine strapaziöse WM. Ich freue mich extrem auf das Turnier“, sagte der Bayern-Profi.

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