Müller kritisiert Nagelsmanns Torwart-Kommunikation als fragwürdig
Müller: Nagelsmanns Torwart-Kommunikation fragwürdig

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Müller hat sich zur Torwart-Debatte in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geäußert. Dabei zeigte er Verständnis für die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, auf Manuel Neuer zu setzen, kritisierte jedoch die Art und Weise der Kommunikation.

Müller: Kommunikation war fragwürdig

„Die Diskussion wurde natürlich heiß gekocht, weil sie kommunikativ fragwürdig war“, sagte Müller im Interview mit ran. „Aber sportinhaltlich ist sie für mich nachvollziehbar.“ Der 36-Jährige betonte, dass er keine Degradierung von Oliver Baumann sehe. „Er muss ready sein und uns helfen, wenn wir ihn brauchen.“

Müller, der mit Neuer 2014 Weltmeister wurde, lobte die Leistungen des 40-jährigen Keepers: „Manu zeigt, dass er, wenn er sich körperlich gut fühlt, aus meiner Sicht einfach die beste Figur im Tor macht.“ Es gehe um Nuancen und ein Gefühl, aber Müller ist überzeugt: „Wir brauchen uns gar keine Sorgen machen. Baumann ist nicht nur von seinen Torwartfähigkeiten, sondern auch vom Kopf her so gut – wenn Manu nicht kann, dann ist er da.“

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Die Vorgeschichte der Torwart-Debatte

Die Diskussion um die Nummer eins im deutschen Tor hatte im Vorfeld der WM-Nominierung für Wirbel gesorgt. Ursprünglich plante Nagelsmann mit Marc-André ter Stegen, der sich jedoch verletzte. Daraufhin kündigte der Bundestrainer an, auf Baumann zu setzen. Doch die Gerüchte um ein Comeback von Neuer, der vor zwei Jahren zurückgetreten war, hielten sich hartnäckig. Neuer zeigte in der Rückrunde zwar einige Patzer, überzeugte aber in wichtigen Spielen gegen Real Madrid oder Paris Saint-Germain und bewies, dass er noch zur Weltklasse zählt.

Nagelsmann vermied wochenlang ein klares Bekenntnis zu Baumann und ließ die Debatte laufen, bevor er sich schließlich für Neuer entschied. Diese Zögerlichkeit stieß auf Kritik, auch von Müller.

Baumann: Anfangs nicht ganz cool

Baumann selbst, der den angeschlagenen Neuer zuletzt in zwei Testspielen vertreten hatte, äußerte sich ebenfalls. „Anfangs war es natürlich hart, das war nicht ganz cool von meinem Gefühl her“, sagte er bei RTL. Dennoch werde er weiter alles geben: „Es ist eine WM, ich möchte der Mannschaft helfen.“ Auch das Verhältnis zu Neuer sei gut, betonte Baumann: „Wir werden beide alles für die Mannschaft und für den Erfolg tun.“

Neuer hat das Training wieder aufgenommen und soll bis zum WM-Auftakt fit sein. Müller, der mittlerweile für Toronto in der MLS spielt und nicht mehr für die Nationalelf nominiert ist, verfolgt das Turnier als Experte bei MagentaTV.

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