Der Deutsche Fußball-Bund und Bundestrainer Christian Wück halten sich im Fall Laura Freigang bedeckt. Die Nationalspielerin von Eintracht Frankfurt steht wegen verpasster Doping-Tests vor einer möglichen Sperre. Auf eine entsprechende Frage nach dem 2:0-Sieg gegen Norwegen und der damit verbundenen WM-Qualifikation antwortete Wück: „Werde ich mich nicht zu äußern.“ Eine DFB-Sprecherin ergänzte: „Die Mitteilung der NADA ist eingegangen, mehr können wir dazu aktuell nicht sagen.“
Hintergrund: Drei verpasste Kontrollen
Die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) hatte zuvor mitgeteilt, dass die 44-malige Nationalspielerin gegen die Aufenthaltsbestimmungen des Anti-Doping-Gesetzes verstoßen habe. Innerhalb von zwölf Monaten soll die 28-Jährige dreimal für eine Kontrolle nicht an dem von ihr angegebenen Ort gewesen sein. Diese sogenannten Strikes sind ein Verstoß gegen die Meldepflicht, der in der Regel zu einer Sperre von zwei Jahren führt. Unter Dopingverdacht steht Freigang nicht; laut Medien sollen alle bisherigen Proben negativ ausgefallen sein.
Wück äußert sich zu seiner Rolle
Bundestrainer Christian Wück, der selbst nie Nationalspieler war, erklärte: „Ich habe den großen Vorteil, dass ich nie so gut war, dass ich bei der NADA eben diese Daten abgeben musste. Ich war U21-Nationalspieler, da gab es das damals noch nicht. Aber ich war nie Nationalspieler, ich musste das nie abgeben, von daher kann ich dazu gar nichts sagen.“
Verfahren liegt nun beim DFB
Der Fall liegt nun beim DFB, der für das Disziplinarverfahren gegen die Sportlerin verantwortlich ist. Sollte der DFB ebenfalls einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen feststellen, landet der Fall vor dem Kontrollausschuss und Sportgericht. Dort kann Freigang die Umstände erklären und die Verstöße überprüfen lassen. Ein Strike kann auch wieder aufgehoben werden. Im schlimmsten Fall droht ihr jedoch eine empfindliche Strafe.
Für die beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen sowie am kommenden Dienstag in Slowenien hatte Wück überraschend auf eine Nominierung Freigangs verzichtet. Dass die Frankfurterin nicht berücksichtigt worden war, soll jedoch nicht mit den möglichen Verstößen gegen die Anti-Doping-Auflagen zusammenhängen.



