Almuth Schult über ihre Rolle bei der Fußball-WM
Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko stellt für Almuth Schult eine besondere logistische Herausforderung dar. Die ehemalige Nationaltorhüterin und heutige ARD-Expertin wird vier Wochen lang in Städten wie Boston, Kansas City und Houston unterwegs sein. Ihre vier Kinder bleiben während dieser Zeit zu Hause. „Es wird für mich eine harte Zeit, nur in den ersten zwei Wochen freue ich mich vermutlich noch, dass ich durchschlafen kann“, sagte die 35-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Sie freue sich darauf, Bekannte aus ihrer aktiven Zeit in den USA zu treffen, aber sie wisse auch, dass ihre Gedanken oft um die Familie kreisen werden: das Wohlergehen der sechsjährigen Zwillinge, dem fast dreijährigen Sohn und der nicht einmal ein Jahr alten Tochter. Videocalls könnten die Sehnsucht der kleinen Kinder nach der Mutter nicht unbedingt lindern. „Klar ist es eine Herausforderung. Aber ich sehe es positiv und versuche, Lösungen zu finden“, betonte Schult.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Schult wundert sich darüber, dass sie immer wieder auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angesprochen wird. „Ein Bastian Schweinsteiger wird auch nicht gefragt, wie er seine Kinder betreut“, führte sie mit Blick auf ihren Expertenkollegen bei der ARD an. Die langjährige Torhüterin des VfL Wolfsburg erinnerte sich an ihre Zeit beim HSV, als sie ein Vierteljahr lang aus dem Wendland nach Hamburg zum Training pendelte. Damals habe die Aufwandsentschädigung in der zweiten Liga nicht einmal für die Fahrtkosten gereicht. In den USA habe sie jedoch erfahren, wie Frauen mit Kindern von den Clubs besonders geschätzt und unterstützt werden. „Dort haben Mütter für die Mannschaft einen Mehrwert, sie bewegen sich im Verbund anders, sind resistenter gegen Stress und Vorbild für die Teamkolleginnen“, erklärte Schult, die für Kansas City Current und Angel City FC in der US-Liga spielte. In beiden Teams habe es jeweils drei Mütter gegeben. „Es ist für mich ein wichtiges Thema, weil es so viele Vorurteile gibt“, ergänzte sie.
Intensive Vorbereitung auf die WM
Für die ARD ist Schult bereits bei fünf internationalen Fußballturnieren der Männer und Frauen im Einsatz gewesen. In den nächsten Tagen werde sie viel lesen und sich intensiv auf die vielen WM-Teams vorbereiten. „Es ist eine große Freude, das zu begleiten“, sagte sie. Die WM in den USA, Kanada und Mexiko verspricht ein spannendes Turnier zu werden, und Schult wird als Expertin mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen dazu beitragen, die Spiele für die Zuschauer verständlich und unterhaltsam zu analysieren.



