Formel 1 plant massive Ausweitung der Sprintrennen ab 2027
Während in Bahrain die letzten Tests vor dem Saisonstart in Melbourne am 8. März laufen, wird hinter den Kulissen bereits an der ferneren Zukunft der Königsklasse des Motorsports gearbeitet. Ein zentraler Plan sieht vor, die Anzahl der Sprintrennen bereits für das Jahr 2027 zu verdoppeln. In der kommenden Saison sind sechs solcher Veranstaltungen im Kalender vorgesehen – in Shanghai, Miami, Montreal, Silverstone, Zandvoort und Singapur.
FIA begründet Plan mit angeblichem Fan-Wunsch
In einer Pressemitteilung der FIA zum Treffen der Formel-1-Kommission in Bahrain heißt es: „Es gab Diskussionen über die Möglichkeit, die Anzahl der Sprintveranstaltungen auf bis zu zwölf zu erhöhen – basierend auf dem Wunsch nach mehr Sprints seitens der Fans und Veranstalter.“ Diese Aussage steht jedoch im deutlichen Kontrast zu den Reaktionen in den sozialen Medien, wo zahlreiche Fans gegen die geplante Ausweitung Sturm laufen.
Mehr Spannung oder mehr Stress?
Das Sprintrennen-Format wurde im Jahr 2021 eingeführt und findet jeweils am Samstag vor dem Hauptrennen statt. Es werden 19 Runden absolviert, wobei der Sieger acht Punkte erhält und selbst der Achtplatzierte noch einen Punkt bekommt. Nach dem ersten freien Training am Freitag erfolgt ein eigenes Qualifying für den Sprint. Kritiker weisen darauf hin, dass dies bedeutet: An vier von fünf Sessions eines Rennwochenendes geht es um Wertung – zweimal Qualifying, einmal Sprint und einmal das Hauptrennen. Dies erhöht den mentalen Stress für die Fahrer erheblich.
Geteilte Meinungen unter den Fahrern
Die Reaktionen der Formel-1-Piloten auf den Plan fallen unterschiedlich aus. Carlos Sainz von Williams äußert sich vorsichtig offen: „Ich bin offen für eine Veränderung. Ich glaube aber, dass das Sprint-Format verbessert werden muss, denn manchmal verrät der Sprint zu viel darüber, was am Sonntag passieren wird. Wenn wir das verbessern und den Sprint etwas anders gestalten könnten als das, was wir am Sonntag sehen, wäre ich offen für mehr Sprint-Rennen. Leider würde das für die Fahrer deutlich mehr Arbeitsbelastung bedeuten.“
Sein Teamchef James Vowles befürwortet die Erhöhung und betont: „Die Spannung an einem Rennwochenende kommt nicht durch drei freie Trainingseinheiten. Am Ende steigern die Sprints den Entertainment-Faktor.“ Ganz anders sieht das Charles Leclerc von Ferrari: „Sprint-Rennen sollten an den Wochenenden in der Minderheit bleiben. Ich finde sechs schon sehr gut. Aber wenn es mehr werden sollten, werde ich mich anpassen und fahren.“
Finanzielle Motive und unklarer Zeitplan
Neben dem Unterhaltungsaspekt spielen auch finanzielle Überlegungen eine Rolle bei der Einführung und möglichen Ausweitung der Sprintrennen. Die Veranstalter zahlen zusätzliche Gebühren für die Ausrichtung eines Sprints, wobei die genaue Summe je nach Austragungsort variiert. Wann die Formel-1-Kommission, bestehend aus Vertretern der FIA, der Formel 1 und den Teams, über eine Erhöhung abstimmen wird, ist derzeit noch offen. Die Diskussionen zeigen jedoch, dass die Zukunft des Sprintformats heiß umkämpft ist – zwischen kommerziellen Interessen, Fahrerbelastung und der tatsächlichen Akzeptanz bei den Fans.



