Früher Abgang bei Audi: Teamchef Wheatley verlässt Formel-1-Projekt nach nur zwei Rennen
Der neue Formel-1-Rennstall Audi muss bereits nach den ersten beiden Saisonrennen einen wichtigen Führungswechsel verkraften. Jonathan Wheatley, der britische Teamchef, verlässt das Ingolstädter Werksteam aus persönlichen Gründen. Dies bestätigte der Automobilkonzern am Freitag offiziell. Der 58-Jährige hatte maßgeblich am Neuaufbau des Teams mitgewirkt, das zur Saison 2026 aus dem Sauber-Rennstall hervorgegangen war.
Wechsel zu Aston Martin als wahrscheinlicher Grund
Nach übereinstimmenden Medienberichten zieht es Wheatley zum Konkurrenten Aston Martin. Obwohl dieser Wechsel noch nicht offiziell bestätigt wurde, scheint er der Hauptgrund für den plötzlichen Abgang zu sein. Bei dem ambitionierten britischen Team soll der erfahrene Manager den Stardesigner Adrian Newey entlasten, der dort neben seiner leitenden Rolle in der Fahrzeugentwicklung ebenfalls als Teamchef fungiert.
Für Wheatley und Newey wäre dies ein Wiedersehen: Von 2006 bis 2024 arbeiteten beide gemeinsam bei Red Bull Racing und waren damit direkt an den Titelserien von Sebastian Vettel (ab 2010) und Max Verstappen (ab 2021) beteiligt.
Binotto übernimmt Doppelfunktion bei Audi
Die freie Position bei Audi wird nun durch Mattia Binotto abgedeckt, der weiterhin auch Leiter des gesamten Formel-1-Projekts bleibt. Bereits seit April 2025 bildeten Wheatley und Binotto eine Doppelspitze beim damaligen Sauber-Team, das nun als Audi antritt.
„Wir sind Jonathan Wheatley dankbar für seinen Beitrag zum Projekt in der wichtigen Phase des Einstiegs und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft“, sagte Audi-CEO Gernot Döllner. Der Italiener Binotto werde nun gemeinsam mit dem Team „den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen“.
Unterschiedliche Starts in die Saison 2026
Während Aston Martin unter der Leitung des Milliardärs Lawrence Stroll einen ernüchternden Start in die neue Formel-1-Ära erlebt, kam Audi besser in seine erste Saison. Bei Aston Martin sahen die Fahrer Fernando Alonso und Lance Stroll in den beiden Grand Prix in Australien und China nicht die Zielflagge, da der Honda-Motor verschiedene Probleme verursacht – besonders gravierend sind Vibrationen, die über eine gesamte Renndistanz nicht zu ertragen sind.
Audi hingegen zeigt mit seinem Auto bislang Potenzial für den Kampf um Punkteränge. Der deutsche Fahrer Nico Hülkenberg schaffte es zwar noch nicht in die Top 10, doch sein brasilianischer Teamkollege Gabriel Bortoleto fuhr beim Auftakt in Australien als Neunter die ersten Weltmeisterschaftspunkte für den Rennstall ein.
Langfristige Ziele bleiben unverändert
Trotz des frühen Führungswechsels betonte Döllner die Kontinuität der Audi-Strategie: „Unsere Ausrichtung bleibt unverändert: Wir konzentrieren uns mit aller Kraft darauf, ein Hochleistungsteam aufzubauen, das ab 2030 um Weltmeisterschaften in der Formel 1 fährt. Dafür werden wir unsere Organisationsstrukturen kontinuierlich weiterentwickeln, um unser gemeinsames Ziel nachhaltig zu erreichen.“
Der Abgang von Wheatley nach nur zwei Rennen markiert damit einen überraschenden Wendepunkt in der noch jungen Geschichte des Audi-Formel-1-Engagements, während sich bei Aston Martin möglicherweise ein neues Führungsduo aus bewährten Red-Bull-Experten formiert.



