Rostocker Sprinterin krönt sich erneut zur deutschen Hallenmeisterin
Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Dortmund hat Johanna Martin aus Rostock erneut überzeugt. Die 19-jährige Sprinterin sicherte sich über 400 Meter in 52,09 Sekunden ihren dritten deutschen Hallenmeistertitel in Folge. Damit setzte sie sich im spannenden Finale gegen Skadi Schier vom SSC Berlin (52,26 Sekunden) durch, während Luna Buhlmann vom VfL Wolfsburg mit 53,09 Sekunden den dritten Platz belegte.
Harter Kampf bis zur letzten Sekunde
Im finalen Zeitlauf am Sonntag musste Johanna Martin Schwerstarbeit verrichten. Erst auf den letzten Metern konnte sie ihre Konkurrentin hinter sich lassen. „Ich wusste, dass ich hinten raus sehr stark bin, aber das ist Skadi auch. Ich hatte immer gehofft, dass ich es noch schaffe und das ist mir auch gelungen“, erklärte die Athletin vom 1. LAV Rostock nach dem Rennen. Besonders zufrieden zeigte sie sich mit ihrer Vorlaufzeit von 51,92 Sekunden, bei der sie erstmals unter der 52-Sekunden-Marke blieb.
Für die direkte Qualifikation zur Hallen-Weltmeisterschaft im März im polnischen Torun reichte diese Zeit allerdings nicht aus, da die Norm bei 51,75 Sekunden liegt. „Wir müssen hoffen, dass da die eine oder andere noch ausfällt“, sagte die Rostockerin zu ihren WM-Chancen.
Weitere Erfolge aus Mecklenburg-Vorpommern
Neben Johanna Martin konnten auch andere Athleten aus Mecklenburg-Vorpommern bei den Hallentitelkämpfen überzeugen. Insgesamt waren sechs Sportler aus zwei Vereinen des Bundeslandes in Dortmund am Start.
Lia Flotow vom 1. LAV Rostock belegte über 60 Meter Hürden den fünften Platz. Die Schützling von Trainer Birger Voigt stellte im Vorlauf mit 8,09 Sekunden ihre persönliche Bestzeit ein, musste sich im Finale jedoch mit 8,12 Sekunden begnügen. „Bei 60 Metern hast du das Rennen so fast schon verloren. Aber ich musste einfach alles riskieren“, kommentierte die Rostockerin ihren Lauf, bei dem sie an der ersten Hürde hängen blieb.
Emily Scherf vom SC Neubrandenburg landete beim Kugelstoßen ebenfalls auf Rang fünf. Die 19-Jährige, die gerade erst Deutsche Meisterin in der U20 geworden war, wuchtete die Kugel auf 16,22 Meter. „Unglaublich. Ich bin schwer reingekommen und war auch ein wenig platt. Ich bin so froh, das war ein so schöner Wettkampf“, sagte die junge Athletin, die ihren ersten Auftritt im Konzert der Großen des deutschen Kugelstoßens absolvierte.
Deutsche Meisterin mit persönlicher Bestweite
Den Titel im Kugelstoßen holte erwartungsgemäß Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye aus Mannheim mit einer persönlichen Bestweite von 20,37 Metern. Die weiteren Podestplätze gingen an Katharina Maisch vom LSV 90 Erzgebirge (18,73 Meter) und Julia Ritter vom TV Wattenscheid (18,13 Meter).
Emily Scherf und ihr Trainer Dieter Kollark steigen nun in die Vorbereitung auf die Freiluftsaison ein, deren Höhepunkt die U20-Weltmeisterschaft im Sommer in den USA sein wird. Für Lia Flotow bleibt die Erkenntnis, dass sie trotz der Außenbahn im Finale ihr Bestes gegeben hat. „Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen. Insgesamt bin ich aber zufrieden“, resümierte die Hürdensprinterin.
Die Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund zeigten einmal mehr die Stärke der Leichtathletik in Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere in Rostock, wo mit Johanna Martin eine der vielversprechendsten Nachwuchssprinterinnen Deutschlands trainiert.



