Mirra Andrejewa erreicht erstes Grand-Slam-Finale
Mirra Andrejewa greift bei den French Open nach ihrem ersten Grand-Slam-Titel. Die 19 Jahre alte Russin setzte sich im mit Spannung erwarteten Halbfinale gegen Marta Kostjuk aus der Ukraine 6:1, 6:3 durch und zog erstmals in ein Endspiel bei einem Major ein. Am Sonntag duelliert sie sich nun mit ihrer Landsfrau Diana Schnaider oder der polnischen Qualifikantin Maja Chwalinska um den Coupe Suzanne Lenglen.
„Ich bin immer noch sehr nervös, aber sehr glücklich mit der Art und Weise, wie ich heute gespielt habe“, sagte Andrejewa: „So etwas habe ich noch nie gespürt. Ich freue mich sehr auf das letzte Spiel in Paris.“
Für die Weltranglistenachte war es der 35. Sieg in diesem Jahr, keine Spielerin auf der Tour hat mehr. Auch mit ihrer Bilanz von 21:3 auf Sand liegt Andrejewa, die vor zwei Jahren im Halbfinale von Paris an der Italienerin Jasmine Paolini gescheitert war, vorne.
Kostjuks Traum geplatzt
Für Marta Kostjuk endete derweil ihre zuvor perfekte Sandplatz-Saison, im 17. Spiel des Jahres kassierte sie ihre erste Niederlage. Mit einem Erfolg gegen Andrejewa hätte Kostjuk als erste ukrainische Spielerin überhaupt ein Grand-Slam-Finale erreicht. Die 22-Jährige hatte im Turnierverlauf immer wieder auf emotionale Weise auf die dramatischen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf ihre Heimat aufmerksam gemacht.
Trotz der brisanten Konstellation wollte sie dem Aufeinandertreffen mit Andrejewa keine besondere Bedeutung verleihen. „Normalerweise ist mir völlig egal, wer auf der anderen Seite des Netzes steht. Ich bin da, um Tennis zu spielen und meinen Job zu machen“, betonte Kostjuk. Daran werde sich für sie „am Donnerstag nichts ändern“.
Andrejewa gnadenlos effizient
Bei windigen Bedingungen in Paris knüpfte Andrejewa nahtlos an ihren beeindruckenden Viertelfinalsieg gegen die Rumänin Sorana Cirstea an. Während Kostjuk nervös wirkte, zog die junge Russin ihr Spiel gnadenlos durch. Nach nur etwas mehr als einer halben Stunde sicherte sie sich den ersten Satz. Im zweiten Durchgang hielt Andrejewa den Druck hoch, Kostjuk erwachte zu spät.
Die 19-Jährige zeigte sich von Beginn an fokussiert und ließ der Ukrainerin kaum eine Chance. Mit kraftvollen Grundlinienschlägen und einer soliden Aufschlagleistung dominierte sie das Geschehen. Kostjuk kämpfte zwar, fand aber nicht zu ihrem gewohnten Spiel.
Historischer Moment für Russland
Andrejewa steht nun kurz vor ihrem ersten Grand-Slam-Titel. Für Russland wäre es ein weiterer Triumph im Damentennis. Die junge Spielerin hat in diesem Jahr bereits auf sich aufmerksam gemacht und könnte in Paris Geschichte schreiben. Das Finale am Sonntag verspricht Spannung, egal ob gegen Schnaider oder Chwalinska.



