WM-Sensation: Katar erkämpft Last-Minute-Remis gegen die Schweiz
In einem packenden WM-Gruppenspiel hat Katar mit einem Last-Minute-Treffer für eine große Überraschung gesorgt. Boualem Khoukhi köpfte in der fünften Minute der Nachspielzeit den umjubelten 1:1-Ausgleich gegen die favorisierte Schweiz. Für die Kataris ist es der erste Punktgewinn bei einer Weltmeisterschaft überhaupt – eine Blamage für die Eidgenossen.
Die Partie in der Gruppe B war lange Zeit von Schweizer Dominanz geprägt, doch die Mannschaft von Trainer Murat Yakin versäumte es, ihre Überlegenheit in Tore umzumünzen. Bereits das erste Spiel der Gruppe zwischen Kanada und Bosnien-Herzegowina war 1:1 ausgegangen.
Spielverlauf: Schweizer Überlegenheit und katarsiche Effizienz
Schweiz-Trainer Murat Yakin setzte zunächst auf Erfahrung. Der Freiburger Johan Manzambi saß überraschend nur auf der Bank, Dan Ndoye war mit 25 Jahren der Jüngste in der Startelf. Die erste Chance gehörte jedoch Katar: Edmilson Junior tauchte in der zweiten Minute völlig frei vor Keeper Gregor Kobel auf, doch der Dortmunder Torhüter parierte glänzend. Danach übernahmen die Schweizer das Kommando. Ndoye vergab zweimal aus aussichtsreicher Position (6., 10.).
In der 13. Minute kam es zu einer umstrittenen Szene: Katar-Keeper Abunada foulte den Schweizer Freuler im Strafraum – Schiedsrichter Said Martinez entschied auf Elfmeter. ZDF-Kommentator Gari Paubandt bezweifelte die Entscheidung: „Der wird wieder kassiert.“ Grund: Beim Zuspiel von Embolo sah es stark nach Abseits von Freuler aus. Doch zur Verwunderung aller blieb die Elfmeter-Entscheidung bestehen, da die halbautomatische Abseitserkennung offenbar kein Abseits signalisierte. ZDF-Schiri-Experte Thorsten Kinhöfer kommentierte: „Ich hätte mit einer Abseitsstellung gerechnet, aber die Kameraperspektive war leicht versetzt. Die Technik ist eingeführt, ich gehe davon aus, dass sie funktioniert hat.“
Breel Embolo ließ sich nicht beirren und verwandelte den Elfmeter sicher zum 1:0 (17.). Die Schweizer führten verdient, doch die Chancenverwertung blieb mangelhaft. Zakaria (21.), Vargas (45.+3) und Aebischer (45.+6) scheiterten an Keeper Abunada oder vergaben freistehend. So ging es mit einer knappen Führung in die Pause.
Zweite Halbzeit: Vergebene Chancen und späte Bestrafung
Nach der Pause flachte die Partie bei knapp 30 Grad im San-Francisco-Bay-Area-Stadion zunehmend ab. Torszenen wurden zur Mangelware, die Stimmung war dünn. Granit Xhaka (49.), Vargas (75.), Embolo (76.) und der eingewechselte Manzambi (81.) vergaben die Entscheidung für die Schweiz. Und das wurde bestraft: In der fünften Minute der Nachspielzeit ließ Boualem Khoukhi die Kataris mit seinem Kopfballtor jubeln und sicherte seiner Mannschaft ein historisches Remis.
Für die Schweiz ist das Unentschieden ein herber Rückschlag im Kampf um das Achtelfinale, während Katar seinen ersten WM-Punkt überhaupt feiert.



