Nach enttäuschendem Pokal-Wochenende: Wiegert äußert sich besorgt über Team-Stabilität
Der Trainer des amtierenden Champions-League-Siegers SC Magdeburg, Bennet Wiegert, hat nach dem verpatzten DHB-Pokal-Wochenende in Köln deutliche Besorgnis über die mentale Stabilität seines Teams geäußert. Der 44-jährige Coach rechnet mit einem längeren Verarbeitungsprozess nach den beiden enttäuschenden Auftritten in der Lanxess Arena, obwohl der Spielkalender nur begrenzte Zeit für Reflexion lässt.
Doppelte Enttäuschung in Köln hinterlässt Spuren
Das Pokal-Wochenende entwickelte sich für den favorisierten SC Magdeburg zum absoluten Albtraum. Zunächst scheiterte der Champions-League-Sieger sensationell im Halbfinale am krassen Außenseiter Bergischer HC im dramatischen Siebenmeterwerfen. Tags darauf folgte im Spiel um Platz drei eine weitere Niederlage mit 31:35 (15:16) gegen den TBV Lemgo Lippe.
„Habe ich Sorge? Natürlich“, gab Wiegert unumwunden zu und fügte hinzu: „Wenn man so ein Wochenende spielt, dann zieht das nicht an einem vorbei. Das wird sich auch noch mehrere Wochen in mir ausleben. Es gilt, es zu verarbeiten.“
Der Trainer betonte, dass ein Erfolg im kleinen Finale „vielleicht ein bisschen für Befreiung gesorgt“ hätte, doch dieser psychologische Puffer sei nun nicht gegeben. Einfach zur Tagesordnung übergehen könne er nicht: „Einfach so Mund abwischen, das ist es nicht.“
Zwei Titelchancen bleiben in dieser Saison
Trotz des Rückschlags behält der SC Magdeburg in der laufenden Saison noch zwei konkrete Titelchancen. In der Handball-Bundesliga führt das Team das Klassement mit komfortablen sieben Punkten Vorsprung auf die Verfolger SG Flensburg-Handewitt.
In der Champions League trifft der Titelverteidiger bereits am 29. April im Viertelfinal-Hinspiel auf Pick Szeged und kämpft um eine schnelle Rückkehr nach Köln. Das Final Four der europäischen Königsklasse findet am 13. und 14. Juni erneut in der Lanxess Arena statt – dem Ort der aktuellen Enttäuschung.
Enge Spieltaktung als möglicher Vorteil
Als kleinen Trostpunkt sieht Wiegert die dichte Abfolge der Wettkämpfe im Handball. „Das ist vielleicht der Vorteil, den wir zu anderen Sportarten haben“, erklärte der Trainer. „Wenn ich an Olympia denke, dass man vier Jahre auf irgendwas warten muss, da sind wir privilegiert, dass wir in den nächsten Wochen schon wieder mehrere Wettkämpfe haben, um uns zu behaupten und zu beweisen.“
Dennoch bleibt die Sorge des Trainers spürbar, dass der doppelte Dämpfer in Köln nachhaltig an der Stabilität des Teams zehren könnte. In den kommenden Wochen muss der SC Magdeburg nun beweisen, dass er die psychologische Belastung verarbeiten und sich für die verbleibenden Titelkämpfe neu fokussieren kann.



