Historischer Triumph: Stuttgart bezwingt Handball-Rekordmeister Kiel
Ein Donnerstagabend, der in die Annalen der Daikin Handball-Bundesliga eingeht: Der TVB Stuttgart hat mit einem überzeugenden 32:27-Sieg gegen den Rekordmeister THW Kiel für eine absolute Sensation gesorgt. Es handelt sich um den ersten Erfolg Stuttgarts im 22. Aufeinandertreffen der beiden Teams in der höchsten deutschen Spielklasse.
Kai Häfner schreibt mit frühem Tor Geschichte
Bereits nach 51 Sekunden schrieb Kai Häfner (36) vom TVB Stuttgart Handball-Geschichte. Sein frühes 1:0 war nicht nur der Auftakt zum Sieg, sondern markierte zugleich das 2000. Feldtor seiner Karriere in der Handball-Bundesliga. Eine Leistung, die bisher nur drei Legenden gelang: Kyung-Shin Yoon, Holger Glandorf und Christian „Blacky“ Schwarzer. Dyn-Kommentator Markus Götz zeigte sich beeindruckt: „Das sind ganz große Namen, und er gehört da definitiv dazu!“
Häfner präsentiert sich derzeit in der Form seines Lebens. Hinter Welthandballer Mathias Gidsel ist er der zweiterfolgreichste Torschütze der Liga. Götz bemerkte scherzhaft: „Gidsel zählt ja nicht. Der ist außerirdisch.“ Auch Stuttgarts Torben Matzke lobte den Routinier: „Sehr schön zu sehen, was er noch für eine Power an den Tag bringt. Hoffe, dass er die Form noch lange halten kann.“
Heikle Woche für den THW Kiel
Für den THW Kiel entwickelt sich diese Woche zu einer ernsten Belastungsprobe. Nach der überraschenden 26:34-Heimpleite gegen Gummersbach am vergangenen Wochenende – der höchsten Heim-Niederlage seit 47 Jahren – musste der Klub am Dienstag in der Champions League gegen Irun aus Spanien antreten. Zwar gelang der Einzug ins Viertelfinale, doch nur 48 Stunden später sollte die Revanche für die Gummersbach-Niederlage folgen. Die Ausfälle von Eric Johansson und Lukas Laube, beide erkrankt, schwächten das Team zusätzlich.
Nach Häfners historischem Frühstart übernahm Stuttgart die Initiative und führte zur 20. Minute mit 10:7. Ein kurioses Detail: THW-Kapitän Domagoj Duvnjak spielte mit einem riesigen Loch unter dem rechten Arm, das ihm ein Gegenspieler im Zweikampf zerrissen hatte. Götz kommentierte amüsiert: „Das Ding ist im Eimer. Aber die Nummer ist vorn und hinten noch zu lesen. Das ist das Wesentliche.“
Spielentscheidender Lauf in der zweiten Halbzeit
Kurz vor der Halbzeit sorgte eine Schiedsrichterentscheidung für Diskussionen. Nach Überprüfung per Video wurde ein letztes Tor nicht anerkannt, sodass Kiel mit 16:14 in die Kabine ging. Doch ab der 40. Minute entschied Stuttgart das Spiel: Ein 8:2-Lauf brachte den TVB auf 27:21 zur 50. Minute. Der THW Kiel verlor – ähnlich wie gegen Gummersbach – völlig den Faden. Dyn-Kommentator Götz fragte sich: „Was passiert hier mit Kiel?“
Erst nach neun torlosen Minuten gelang Hendrik Pekeler der Anschlusstreffer zum 22:28 in der 53. Minute. Doch dies blieb reine Ergebniskosmetik. Stuttgart feierte nicht nur den ersten Sieg gegen Kiel, sondern auch Häfners historisches 2000. Tor.
Pekeler analysierte nach dem Spiel bei Dyn: „Wir wussten, dass es hier unheimlich schwierig ist. Aber dass wir wieder einmal so den Faden in der zweiten Halbzeit verlieren, ist nicht erklärbar. Das ist zu wenig.“



