Seifert: Investitionen in Sport sind beste Demokratieförderung und Handball vor historischer Chance
Seifert: Sportinvestitionen als Demokratieförderung

Seifert: Sportinvestitionen als beste Demokratieförderung

Der Dyn-Gründer Christian Seifert hat die deutschen Kommunen eindringlich aufgefordert, verstärkt in den Sport und insbesondere in den Handball zu investieren. Bei der SID Mixedzone vor dem Final Four um den DHB-Pokal in Köln betonte der Top-Funktionär: „Infrastruktur-Investitionen in den Sport, das ist für mich die allerbeste Demokratieförderung.“ Er verwies darauf, dass man sich keine besseren Botschafter als die Spielerinnen und Spieler in Nationalmannschaften oder Klubs wünschen könne.

Forderung nach neuen Sporthallen

Seifert kritisierte, dass „ohne Wenn und Aber“ neue Stadien für Fußball-Drittligisten gebaut würden, während der Handball oft vernachlässigt werde. „Ich würde den Handball gerne dahin bringen, dass die Kommunen wie selbstverständlich darüber nachdenken, da eine neue Halle hinzubauen“, erklärte der Gründer des Streamingdienstes Dyn, der umfangreiche TV-Rechte im Handball hält. DHB-Vorstandsvorsitzender Mark Schober pflichtete angesichts steigender Zuschauerzahlen in der Bundesliga bei: „Unsere Hallen sind jetzt eigentlich zu klein, wenn wir ehrlich sind.“

Historische Chance für den Handball

Über die Infrastruktur hinaus sieht Seifert den Handball vor einer historischen Gelegenheit und zog Parallelen zum Fußball. „Als Zeitzeuge der Fußball-WM 2006 habe ich erlebt, was so eine WM in der richtigen Konstellation für den Sport bewegen kann“, sagte der ehemalige DFL-Boss. Er bezeichnete dies für den Handball als „den Poldi-Schweini-Moment“, in Anspielung auf die Persönlichkeiten im DHB-Team.

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Nach dem EM-Silber im Winter hätten gerade jüngere Sportfans Handballspieler kennengelernt, „die auch wirklich coole Persönlichkeiten sind, sehr nahbar“. Das EM-Finale gegen Dänemark verfolgten Anfang Februar 12,8 Millionen Zuschauer, was Seifert als „Quoten-Hit“ wertete.

Aufruf zur Nutzung des Schwungs

Trotz der Erfolge mahnte Seifert im Sinne von Oliver Kahn: „weiter, immer weiter“, um den Schwung vor der Heim-WM 2027 zu nutzen. „Rekord-Umsätze, Rekord-Zuschauerzahlen, Rekord-Reichweiten – dazu eine blühende Nationalmannschaft. Wenn man das nächste Level erreichen will, dann muss es jetzt sein“, betonte er. Schober forderte „eine starke Allianz aus Klubs, Spielern, Verbänden, Medien, um ein Ganzjahreshoch hinzubekommen“.

Vermarktung über Protagonisten

Liga-Präsident Uwe Schwenker verlangte, die Sportart stärker über ihre Protagonisten zu vermarkten. Mit Blick auf die Heim-WM 2027 sei „ganz entscheidend, dass wir die Emotionen rüberretten in die Klubs. Da sind die Klubverantwortlichen gefragt, da sind aber auch die Spieler gefragt“, sagte Schwenker und nannte Storytelling und Social Media als zentrale Hebel.

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