Alexander Zverev (29) hat sein Halbfinale beim Rasenturnier in Halle/Westfalen gegen den Amerikaner Taylor Fritz (28) mit 7:6, 4:6, 5:7 verloren. Bei Temperaturen um die 35 Grad auf dem Centre Court waren die äußeren Bedingungen für den French-Open-Sieger diesmal zu stark. Nach seinem Viertelfinalsieg am Freitag hatte er noch gesagt: „Es soll noch wärmer werden, darauf freue ich mich.“ Doch schon Mitte des ersten Satzes kamen diese Worte wie ein Bumerang zurück.
Zverev kämpft mit der Hitze
Zverev startete gut in die Partie, machte ein frühes Break zum 2:1, verlor dieses aber schnell wieder und kassierte 13 Punkte in Folge. Ungewöhnlicherweise holte er sich ein Handtuch. Beim 3:4, 40:40 setzte er sich auf die Bank, ließ den Physio kommen und ging vom Court. In der Kabine wurde der zweimalige Weltmeister behandelt. Fritz blieb die gesamte Pause über auf dem Platz und stellte sich an der Stirnseite in den Schatten, da die Bänke in der gleißenden Sonne standen. In Zverevs Box litten derweil Freundin Sophia Thomalla (36) und Oma Natalia Fateeva (78) mit.
Starke Aufholjagd im ersten Satz
Als Zverev zurückkehrte, trumpfte er stark auf und glich zum 4:4 aus. Er servierte gewohnt stark und brachte seine Aufschlagspiele souverän durch, sodass es in den Tiebreak ging. Oma Natalia zeigte zur Unterstützung die Becker-Faust in seine Richtung. Ihr Enkel gewann spektakuläre Punkte, aber die Hitze war immens stark. Immer wieder beugte er sich vorn über und stützte sich auf seinen Knien ab. Nach strapaziösen 69 Minuten hatte er den ersten Satz mit 7:6 in der Tasche. Oma Natalia sprang begeistert auf!
Fritz dreht den zweiten Satz
Erneut verließ Zverev den Platz, während Fritz nur sein Shirt wechselte und auf seiner Bank sitzen blieb, lediglich geschützt von einem Schirm, den ihm ein Ballmädchen hielt. Die Partie blieb eng, doch zum 4:5 musste Zverev seinen Aufschlag abgeben, wenig später hatte er den Satz mit 4:6 verloren. Immer öfter ging er in dieser Phase ob der unbändigen Wärme in die Hocke und war körperlich sichtlich angeschlagen.
Entscheidung im dritten Satz
Nun gab es zehn Minuten Pause, damit sich die Spieler in den Katakomben abkühlen konnten. Als beide zurückkamen, lag der Court vollständig im Schatten. Man merkte ihnen an, wie gut ihnen die Pause getan hatte. Bis zum 5:5 war der Satz ausgeglichen, dann schlug Fritz in der Hitze von Halle eiskalt zu und breakte den Grand-Slam-Champion zum 6:5. Nach 2:39 Stunden verwandelte er seinen zweiten Matchball zum 7:5.
Für Zverev ist es die siebte Niederlage in Serie gegen Fritz. Von 15 Aufeinandertreffen hat der Olympiasieger von 2021 erst fünfmal gewonnen. Der letzte Sieg datiert vom Masters in Rom 2024. In Halle/Westfalen ist es für ihn das vierte Halbfinal-Aus in Folge und die erste Niederlage nach zehn Siegen auf der Tour. Ab 29. Juni geht es in Wimbledon beim nächsten Grand-Slam-Turnier weiter.



