Hartnäckiges Interview: Wontorra bohrt bei BVB-Boss Book nach Schlotterbeck-Klausel
Die Frage nach einer möglichen Ausstiegsklausel im Vertrag von Nico Schlotterbeck bleibt beim Bundesligisten Borussia Dortmund ein heiß diskutiertes Thema. Vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen lieferte sich DAZN-Moderatorin Laura Wontorra mit BVB-Sportdirektor Ole Book ein denkwürdiges Interview, in dem sie beharrlich nach Details zum neuen Vertrag des Innenverteidigers fragte.
Book bleibt bei seiner Linie: Keine Details zu Vertragsinhalten
Gleich zu Beginn des Gesprächs fragte Wontorra konkret nach einer offiziellen Bestätigung der Klausel. „Nein, die wird es auch nicht geben – diese Auskunft“, entgegnete Book entschieden. „Wir haben die ganze Zeit gesagt, dass es uns wichtig ist, dass wir nicht über Vertragsinhalte reden. Wir freuen uns von ganzem Herzen, dass sich Nico entschieden hat, bei uns zu bleiben, und bin sicher, dass er große Lust hat, das sehr lange zu tun.“
Mit dieser Antwort gab sich Wontorra jedoch nicht zufrieden. Sie hakte direkt nach: „Aber für die Fans ist es mit Sicherheit total wichtig zu wissen, ob Nico Schlotterbeck vielleicht schon nach der WM zu einem anderen Verein wechseln könnte.“ Doch Book ließ sich nicht locken und wiederholte seine Position: „Wir werden uns nicht zu Vertragsinhalten äußern. Es ist wie bei jedem unheimlich wichtig, dass wir die Jungs überzeugen, dass hier der richtige Platz für sie ist.“
Wontorras Beharrlichkeit und Books Respekt
Nach weiteren Nachfragen zur Laufzeit des Vertrags und Books Beteiligung an den Verhandlungen kam die Moderatorin erneut auf die Ausstiegsklausel zu sprechen. „Ich frage deshalb, weil wir klären müssen, ob sie was zu Vertragsinhalten sagen können. Das können Sie schon, Sie wollen es nur nicht“, konterte Wontorra.
Book erklärte daraufhin: „Ich könnte etwas sagen, aber es gebührt ja auch der Respekt vor allen Mitarbeitern und auch für uns selbst ist es sehr wichtig ...“ Als Wontorra ihn unterbrach und nochmals nach einer Bestätigung fragte, blieb der Sportdirektor bei seiner Linie: „Nein“ – und zollte gleichzeitig Wontorras Ausdauer Respekt: „Sehr hartnäckig, Hut ab. Es bleibt dabei, dass wir keine Details zu Vertragsinhalten preisgeben werden.“
Khedira wird in das Gespräch einbezogen
Wontorra ging gar nicht auf Books Antwort ein und holte stattdessen Experte Sami Khedira, der das Gespräch zuvor verfolgt hatte, aktiv in die Unterhaltung mit rein. „Sagen wir mal, es gibt die, Sami, eine Ausstiegsklausel, die auch nur für bestimmte Vereine gilt. Wo hättest du die angesetzt, in welchem preislichen Rahmen?“
Khedira reagierte etwas verdutzt: „Das ist schon geil. Jetzt ziehst du mich hier noch mit rein.“ Wontorra ließ sich nicht abwimmeln: „Dafür habe ich dich an meiner Seite. Ein Weltmeister muss da stehen können.“ Khedira erinnerte daraufhin an Wontorras Interview mit Bundestrainer Julian Nagelsmann: „Hinter der Kamera wird schon gelächelt. Du bist ja bekannt dafür, erst wurde Julian Nagelsmann gegrillt, jetzt werden wir beide gegrillt.“
Hintergrundinformationen zur möglichen Klausel
Khedira erklärte anschließend seine Sicht auf den Fall Schlotterbeck: „Schlotti bleibt bei Dortmund, das hilft Borussia Dortmund unheimlich sportlich weiter. Er ist ein wichtiger Faktor. Wenn Schlotti eines Tages von einem Topklub abgeworben wird, wird es nicht für 20, 30 Millionen sein, sondern eine Summe, wo Ole Book und der Verein handeln und ein, zwei Topspieler verpflichten können. Das wird dann bei 50 Millionen plus liegen.“
Nach SPORT1-Informationen gibt es tatsächlich eine Ausstiegsklausel, die sich zwischen 50 und 60 Millionen Euro bewegt, aber nur für absolute Top-Klubs gilt. Der kicker hatte dies zuerst berichtet. Demnach könnte die Klausel schon in diesem Sommer gezogen werden, sollte sich Schlotterbeck mit starken Leistungen bei der WM empfehlen. Khedira hatte zuvor schon das Interesse seines Ex-Klubs Real Madrid im vergangenen Winter enthüllt.
Wontorras letzter Versuch und Selbstreflexion
Wontorra probierte es dann nochmals auf einem anderen Weg bei Book: „Wünschen Sie ihm eine gute oder durchschnittliche Weltmeisterschaft?“ Book antwortete diplomatisch: „Ganz klar, ich wünsche ihm eine hervorragende WM. Nicht nur als Fan von Nico Schlotterbeck und allen BVB-Spielern, sondern auch als Fan der deutschen Nationalmannschaft.“
Nachdem Wontorra Book verabschiedet hatte, haderte sie noch etwas damit, ein weiteres Detail nicht angesprochen zu haben. „Wir hätten gerne noch geklärt, ob die Klausel auch für Bayern gilt. Ich habe mich nicht mehr getraut, denn ich hätte wohl zum vierten Mal die gleiche Antwort erhalten.“ Zuspruch erhielt sie trotzdem von Khedira: „Ich hätte genauso gehandelt.“



