VfL Wolfsburg im freien Fall: Vereinsnegativrekord und kaum noch Hoffnung
Der VfL Wolfsburg stürzt immer tiefer in die Krise und hat nach der jüngsten Niederlage gegen Eintracht Frankfurt mit 1:2 kaum noch realistische Chancen auf den Klassenerhalt. Fünf Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz, der von Hamburger SV belegt wird, weiterhin vier Punkte. Die einzige positive Nachricht des Tages war der Sieg des FC Bayern München gegen den FC St. Pauli, der ein noch größeres Desaster verhinderte.
Historischer Negativrekord und fehlende Lösungen
Mit der zwölften sieglosen Partie in Serie stellten die Grün-Weißen den Vereinsnegativrekord aus dem Jahr 1998 ein. Die Situation beschreibt der im Aufsichtsrat sitzende Ex-Torwart Diego Benaglio als "Schlag in die Fresse". Trotz dieser drastischen Worte betont der Schweizer: "Trotzdem müssen wir weiter dran glauben." Doch mehr als solche Durchhalteparolen hat der Club derzeit nicht zu bieten.
Der zweite Trainerwechsel der Saison brachte keine Besserung. Unter Dieter Hecking, der Daniel Bauer ersetzte, holte der VfL in vier Spielen lediglich einen Punkt. Hecking selbst räumte ein: "Es geht nur noch um Platz 16, so ehrlich müssen wir sein." Der falsch zusammengestellte Kader taumelt weiter unaufhaltsam dem ersten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen.
Spieler und Verantwortliche ohne Konzepte
Auf die Frage, was noch Hoffnung machen könnte, hatte keiner der Wolfsburger eine schlüssige Antwort parat. Mittelfeldspieler Patrick Wimmer, der gegen Frankfurt zwei gute Chancen vergab, sagte: "Aufzugeben ist keine Alternative. So lange es rechnerisch noch möglich ist, glauben wir daran." Doch wie der Sprung auf den Relegationsplatz tatsächlich gelingen soll, wusste auch der Österreicher nach seinem 100. Pflichtspiel für den VfL nicht.
Sportdirektor Pirmin Schwegler, der gemeinsam mit Benaglio die sportlichen Geschicke leitet, muss die Fehler seiner Vorgänger ausbaden. Der im März geschasste Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen und der bereits im November entlassene Sportdirektor Sebastian Schindzielorz hinterließen mit ihrer Personalpolitik ein katastrophales Erbe. Dass das Duo nun sogar mit dem Ex-Club um Geld streitet und im Fall von Schindzielorz ein Termin vor dem Arbeitsgericht Braunschweig ansteht, macht Benaglio fassungslos.
Perspektivlosigkeit und nächste Herausforderung
Die einzige konkrete Aussage zur Zukunft kam von Wimmer: "Wir werden es nächste Woche bei Union Berlin wieder versuchen." Schwegler äußerte ähnlich vage Hoffnungen: "Ich habe immer noch das Gefühl: Wenn dieser eine Sieg kommt, dann kann sich wieder etwas drehen." Doch angesichts der anhaltenden Negativserie und des fehlenden sportlichen Konzepts wirken solche Aussagen wie fromme Wünsche.
Die Wolfsburger stehen vor der größten Krise ihrer Bundesliga-Geschichte. Während andere Clubs in der Abstiegszone punkteten, verpasste der VfL erneut die Chance, Anschluss zu finden. Die kommenden fünf Spiele gegen Union Berlin, Borussia Mönchengladbach, SC Freiburg, RB Leipzig und den 1. FC Köln werden zeigen, ob der Club doch noch ein Wunder vollbringen kann oder der Abstieg in die Zweite Liga besiegelt ist.



