VfL Wolfsburg: Abstiegsgefahr wächst nach historisch schlechter Saison
Die Situation beim VfL Wolfsburg spitzt sich dramatisch zu. Nach der 2:3-Niederlage gegen Augsburg und dem gleichzeitigen Sieg des FC St. Pauli gegen Werder Bremen rutschte der Verein auf den 15. Tabellenplatz ab. Nur einen Punkt beträgt der Abstand zu einem direkten Abstiegsplatz, die Lage ist ernst.
Historische Negativrekorde belasten den Verein
Die aktuelle Saison entwickelt sich zur schlechtesten in der Geschichte des VfL Wolfsburg. Nach 23 Spieltagen verzeichnet der Klub bereits 13 Niederlagen – ein Vereinsnegativrekord. Gleiches gilt für die 49 kassierten Gegentore, nur Tabellenschlusslicht Heidenheim bekam in dieser Spielzeit mehr Tore (51).
Die defensive Schwäche ist kein Zufall: Wolfsburg ließ ligaweit die meisten gegnerischen Torschüsse zu (352) und hatte bei zwölf Aluminiumtreffern der Gegner auch noch am häufigsten Glück. Die im Winter verpflichtete Verstärkung, 10-Millionen-Euro-Verteidiger Jonas Adjetey aus Basel, kam bislang nur auf zwei Einsatzminuten.
Defensivprobleme und fehlende Stabilität
In der zweiten Halbserie holte der VfL nur zwei von 18 möglichen Punkten. Besonders schmerzhaft: Satte 23 Punkte wurden nach einer Führung noch verschenkt – vier Remis und fünf Niederlagen nach vorne gelegenen Spielen. Das ist der Höchstwert aller Bundesligateams in dieser Saison.
Die Defensive kollabiert regelmäßig in den Schlussminuten: 15 Gegentreffer in der Schlussviertelstunde teilt sich Wolfsburg mit Eintracht Frankfurt als Negativrekord. Auch Torwart Kamil Grabara bietet keine verlässliche Rückendeckung – der Pole parierte nur 63 Prozent aller gegnerischen Torschüsse, was unter dem Ligadurchschnitt liegt.
Fehlende Cleverness und individuelle Schwächen
Zum spielerischen Unvermögen kommt mangelnde Disziplin hinzu. Der VfL verursachte bereits neun Strafstöße (sechs Foul- und drei Handelfmeter) und stellt damit den Vereinsnegativrekord aus der Saison 2017/18 ein. Allein Verteidiger Konstantinos Koulierakis war für drei Elfmeter verantwortlich.
Positiv hervorzuheben ist ausgerechnet Skandalstürmer Mohamed Amoura mit seinen acht Treffern. Ansonsten erzielte nur DFB-Juwel Dzenan Pejcinovic mehr als drei Tore (5). Die Zweikampfstatistik unterstreicht die Probleme: Wolfsburg gewann nur 49 Prozent seiner Eins-gegen-eins-Duelle.
Trainer Bauer mit wenig Hoffnung
Trainer Daniel Bauer antwortete nach der Augsburg-Pleite auf die Frage nach Mutmachern im Abstiegskampf nur mit der Phrase „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Mehr scheint der 43-Jährige aktuell nicht zu haben. Am Sonntag wartet mit dem Spitzenteam VfB Stuttgart die nächste schwere Aufgabe.
Wie man gegen die Schwaben eine Überraschung schaffen kann, zeigte zuletzt Heidenheim mit einem 3:3 – auch dank konsequenter Zweikampfführung. Genau diese Härte fehlt den Niedersachsen jedoch in dieser denkwürdigen Saison.



