Die Freie Universität Berlin hat zur Fußball-Weltmeisterschaft ein statistisches Modell entwickelt, das den Turnierverlauf in Echtzeit simuliert. Die Ergebnisse der Berechnungen zeigen einen klaren Favoriten auf den Titel. Parallel dazu versucht sich das tierische Orakel der Universität, das Schaf Tina, an Vorhersagen – bisher jedoch mit mäßigem Erfolg.
Mathematisches Modell berechnet WM-Verlauf
Ein Team des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin hat mehrere Modelle entwickelt, die auf Basis historischer Daten den Ausgang der Spiele prognostizieren. Eines der Modelle schätzt die Angriffs- und Abwehrstärke aller 48 teilnehmenden Teams seit dem Jahr 2012, wobei auch der Heimvorteil berücksichtigt wird. Die Simulationen werden in Echtzeit aktualisiert und liefern so stets aktuelle Wahrscheinlichkeiten.
Laut den Berechnungen geht ein Team als klarer Favorit ins Turnier. Die genauen Quoten und die favorisierte Mannschaft werden auf der Webseite der FU Berlin veröffentlicht. Interessierte können dort auch eigene Szenarien durchspielen und so selbst zum Tipp-Experten werden.
Schaf Tina als tierisches Orakel
Neben den mathematischen Modellen setzt die FU Berlin auch auf ein tierisches Orakel: das Rauhwollige Pommersche Landschaf Tina. Das Schaf des Fachbereichs Veterinärmedizin trifft seine Vorhersagen, indem es sich zwischen drei Futtertrögen mit den Aufschriften „Sieg“, „Unentschieden“ und „Niederlage“ entscheidet.
Bisher liegt Tina jedoch daneben. Beim Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao tippte das Schaf auf „Unentschieden“ – das Spiel endete jedoch mit einem deutschen Sieg. Auch beim Spiel gegen die Elfenbeinküste am Samstag lag Tina mit der Prognose „Niederlage“ falsch. Die deutsche Mannschaft gewann auch diese Partie.
Vergleich mit Krake Paul
Das Orakel der FU Berlin steht damit in der Tradition berühmter Tierorakel wie Krake Paul. Der Tintenfisch aus Oberhausen sagte bei der WM 2010 alle sieben Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie das Finale zwischen Spanien und den Niederlanden richtig voraus. Bei der EM 2008 und der WM 2010 lag Paul in 12 von 14 Spielen richtig – eine statistisch äußerst unwahrscheinliche Trefferquote. Ob Schaf Tina diese Leistung noch erreichen kann, bleibt abzuwarten.



