Die deutsche Nationalmannschaft hat die Vorrunde der WM 2026 als Gruppensieger abgeschlossen und trifft nun am 29. Juni in Foxborough bei Boston auf einen Gruppendritten. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung spricht dabei für ein Wiedersehen mit Schottland, wie eine detaillierte Analyse des Spielplans ergibt.
Modus der K.o.-Phase: Acht beste Gruppendritte
Erstmals bei einer WM kommen mit 48 Teams auch die acht besten Gruppendritten in die K.o.-Runde. Der Gegner der DFB-Elf kommt aus den Gruppen A, B, C, D oder F – so legt es der von der FIFA veröffentlichte Modus fest. Vor Turnierbeginn gab es 495 verschiedene Möglichkeiten, welche Dritten sich qualifizieren und auf welche Gruppensieger sie treffen. Für Deutschland als sicheren Ersten der Gruppe E ergibt sich daraus eine klare Tendenz.
„In 231 der 495 Fälle kommt der Gegner aus der Gruppe C, in 212 Fällen aus der Gruppe D“, erläutert die rechnerische Auswertung des FIFA-Playbooks. Die Gruppe C ist damit die wahrscheinlichste Quelle für den deutschen Kontrahenten. Aktuell belegt Schottland dort den dritten Platz – mit drei Punkten und einem ausgeglichenen Torverhältnis.
Schottland: Außenseiter gegen Brasilien, aber guter Karten
Die Schotten treffen am letzten Spieltag auf Rekordweltmeister Brasilien und gehen als Außenseiter ins Spiel. Dennoch stehen ihre Chancen gut, als einer der besten Gruppendritten weiterzukommen. Neben Schottland kämen aus Gruppe C auch Brasilien oder Marokko als Dritter infrage – derzeit liegt Brasilien auf Rang zwei, Marokko auf Platz vier.
Aus Gruppe D wären Australien oder Paraguay mögliche Gegner; sie spielen am letzten Spieltag direkt gegeneinander. Paraguay benötigt aufgrund des schlechteren Torverhältnisses einen Sieg, um noch Zweiter zu werden. Gruppe F liefert in 35 Fällen den Gegner – infrage kommen die Niederlande, Japan oder Schweden. In Gruppe A sind es 16 Fälle, in Gruppe B nur ein einziger.
Berechnung der besten Dritten: Punkte, Tore, Fairplay
Die Rangfolge der Gruppendritten wird nach einem festgelegten Schema ermittelt: Zuerst zählen die Punkte, dann die Tordifferenz, danach die erzielten Tore. Bei Gleichstand entscheidet die Fair-Play-Wertung, zuletzt die Platzierung in der FIFA-Weltrangliste. Schottland liegt mit drei Punkten und einem Torverhältnis von 0 derzeit auf einem Qualifikationsrang.
„Schottland ist mit bisher drei Punkten und einem ausgeglichenen Torverhältnis auf einem guten Weg, als einer der besten Gruppendritten hervorzugehen“, so die Analyse. Ein Wiedersehen mit Deutschland in der K.o.-Phase wäre die Folge – und das ausgerechnet in Boston, wo sich die schottischen Fans bereits in den USA verliebt haben.
Fan-Freundschaft seit der EM 2024
Bei der Heim-EM 2024 hatte Deutschland das Auftaktspiel gegen Schottland mit 5:1 gewonnen. Trotz der Niederlage feierten Fans beider Nationen gemeinsam – der Beginn einer besonderen Freundschaft. „Es war ein wahrer Sommerflirt“, erinnert sich der Bericht. Nach dem Turnier gab es sogar eine Petition für jährliche Testspiele zwischen beiden Ländern. Nun könnte es zum ersten Pflichtspiel-Wiedersehen seit jenem 5:1 kommen.
Sollte Schottland tatsächlich der Gegner sein, wäre es ein deutsches Auswärtsspiel in der neuen schottischen Wahlheimat Boston. Die Stadt an der US-Ostküste ist bereits Schauplatz ausgelassener schottischer Fan-Feiern. Die Partie am 29. Juni im Stadion der New England Patriots verspricht daher eine besondere Atmosphäre – mit vielen schottischen Fans, die Deutschland noch in guter Erinnerung haben.



