Wimbledon: Jan-Lennard Struff mit Kampfgeist und Aufschlagwucht
Wimbledon: Struffs Kampfgeist und Aufschlagwucht

Jan-Lennard Struff hat mit 36 Jahren und nach einer schwierigen Saison die Chance, in Wimbledon erstmals ein Grand-Slam-Viertelfinale zu erreichen. Nachdem er in diesem Jahr kaum zwei Matches in Folge gewinnen konnte, steht er nun beim Rasen-Turnier in London so weit wie nie zuvor bei einem der vier wichtigsten Events.

Zverev lobt Struffs Durchhaltevermögen

Alexander Zverev zeigte sich beeindruckt von Struffs Leistung: „Immer wenn man denkt, dass Struff gleich aufhöre mit Tennis, kommt ein solch erfolgreiches Turnier. Das liebe ich an Struffi, der kann 37-mal in Folge erste Runde verlieren und dann auf einmal spielt er Viertelfinale beim Grand Slam“, meinte Zverev etwas übertrieben. Das Viertelfinale kann Struff mit einem Sieg gegen den Polen Hubert Hurkacz erreichen (3. Spiel nach 12.00 Uhr/Prime Video). „Das kann er auch gewinnen“, so Zverev. „Ich finde, dass er in einer fantastischen Form ist.“

Die Stärken von Jan-Lennard Struff

Kampfgeist

Die erhobene Faust ist Struffs Markenzeichen. Immer wieder feuert er sich selbst an, hadert selten und bleibt mental gefestigt. Sein Motto: niemals aufgeben. In seinen drei bisherigen Matches drehte er Rückstände, etwa 2:5 im dritten Satz gegen den früheren US-Open-Sieger Daniil Medwedew. Diese mentale Stärke zeigt sich auch in Tiebreaks: Sechs von sieben dieser Entscheidungen hat er für sich entschieden.

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Aufschlagwucht

45 Asse in einem Match sind rekordverdächtig – diese Zahl gelang Struff in seiner Zweitrunden-Partie gegen Brandon Nakashima. Insgesamt hat der ungesetzte Warsteiner im Turnier bisher 76 Asse geschlagen, mehr als die Topstars Jannik Sinner und Zverev. „In engen Situationen kann er sich immer auf seinen Aufschlag verlassen“, sagte Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann.

Offensivpower

Während Zverev sich vor der Saison vornahm, offensiver zu spielen, verfolgt Struff dieses Rezept schon lange. Der Sauerländer geht ins Risiko, punktet mit Tempo und bleibt seiner Strategie treu, auch wenn es mal nicht klappt. Lange Ballwechsel vermeidet er, insbesondere mit seiner aggressiven Vorhand imponiert er.

Mit diesen Stärken könnte Struff gegen Hubert Hurkacz den Einzug ins Viertelfinale schaffen und ein weiteres Kapitel seiner Karriere schreiben.

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