Werder Bremens Abstiegskampf verschärft sich nach bitterer Pleite bei St. Pauli
Die sportliche Krise bei Werder Bremen hat nach der 1:2-Niederlage beim FC St. Pauli eine neue dramatische Dimension erreicht. Der Traditionsclub rutschte durch die Niederlage im Hamburger Stadtderby auf einen direkten Abstiegsrang und beendete damit sein 13. Bundesligaspiel in Serie ohne Sieg.
Fans zeigen deutliche Enttäuschung
Die Szenen nach dem Abpfiff spiegelten die angespannte Stimmung wider: Die enttäuschten Werder-Fans schickten ihre Spieler nach der Partie weg und verweigerten die sonst übliche gemeinsame Zeit mit den Profis. „Unsere Fans nehmen natürlich auch unheimlich viel auf sich, reisen überall mit, unterstützen uns bis zum Abpfiff. Und es ist ja auch klar, dass die Enttäuschung riesig ist“, erklärte Profifußball-Geschäftsführer Clemens Fritz nach dem Spiel.
Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt bezeichnete die Reaktion der Anhänger als „verständlich“, während Fritz die Stimmung in der Mannschaft beschrieb: „Wenn du bei uns in die Kabine reingehst: Wir alle sind enttäuscht.“
Thioune erlebt dritte Niederlage im dritten Spiel
Trainer Daniel Thioune, der Nachfolger von Horst Steffen, erlebte die dritte Pleite in seinem dritten Spiel an der Weser. Zwar konnten die Bremer nach zwei torlosen Partien wieder einen Treffer erzielen – Jovan Milosevic traf in der 62. Minute nach seiner Einwechslung – doch dies reichte nicht aus, um die Niederlage abzuwenden.
Fritz zeigte sich nach der Partie besorgt über die anhaltende Krise: „Es gibt nicht diesen einen Punkt, diese eine Lösung. Wenn du das Spiel in Summe siehst, ist es ja schon so: da fehlt nicht viel. Aber darauf kannst du dich halt auch nicht verlassen.“
Kritik an Führungsebene wächst
Mit den ausbleibenden Erfolgen wächst auch die Kritik an Geschäftsführer Clemens Fritz. Auf die Frage, was die Situation mit ihm persönlich mache, antwortete er: „Das ist egal, was es mit mir macht. Ich arbeite daran und wir alle arbeiten gemeinsam daran, Lösungsansätze zu haben. Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten, das bringt uns jetzt auch nicht weiter.“
Nächstes Kellerduell gegen Heidenheim
Die nächste Gelegenheit zur Trendwende bietet sich bereits am kommenden Samstag, wenn Werder Bremen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim zum nächsten entscheidenden Kellerduell empfängt. „Es ist ein sehr, sehr wichtiges Spiel. Wir wissen auch, dass wir Punkte brauchen, dass wir Siege brauchen“, betonte Fritz die Bedeutung der anstehenden Partie.
Die Bremer stehen nun unter enormem Druck, in den verbleibenden Spielen der Saison den Abstiegskampf erfolgreich zu bestehen und die sportliche Talfahrt zu stoppen.



