Bundestrainer Wück übt harte Kritik trotz deutlichem Sieg
Trotz eines überzeugenden 5:1-Erfolgs gegen Österreich in der WM-Qualifikation zeigte sich Bundestrainer Christian Wück mit der Leistung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft unzufrieden. Vor 24.237 Zuschauern im Nürnberger Max-Morlock-Stadion gelang zwar ein Kantersieg, doch Wück bemängelte zahlreiche Aspekte des Spiels.
Giulia Gwinn erleidet schwere Schulterverletzung
Ein weiterer Dämpfer für das Team: Kapitänin Giulia Gwinn musste am Morgen nach dem Spiel vorzeitig abreisen und wird das Rückspiel am Samstag verpassen. Der FC Bayern München bestätigte, dass sich die 26-Jährige die Schulter ausgekugelt hat. „Genauere Untersuchungen in München ergaben, dass sich Gwinn die Schulter ausgekugelt hat, zunächst aber mit einer konservativen Therapie behandelt werden kann“, teilte der Verein mit. Für Gwinn wurde Sarah Mattner-Trembleau vom SKN St. Pölten nachnominiert.
Wück: „Wir sind nicht an unser Leistungslimit gekommen“
Der Bundestrainer ließ trotz der vollen Punkteausbeute und 14:1 Toren nach drei Qualifikationsspielen kein gutes Haar an der Leistung seiner Mannschaft. „Wir sind nicht ganz an unser Leistungslimit gekommen, an unser Niveau“, kritisierte der 52-jährige Ex-Profi. Besonders das Spiel in der ersten Halbzeit bezeichnete er als stockend und phasenweise unbefriedigend.
Wück führte konkrete Mängel auf:
- Fehlendes Timing bei Läufen ohne Ball
- Unzureichende Bewegung der spielfreien Spielerinnen
- Schwächen in Passschärfe und Positionierung
- Mangelnde Cleverness im Spielaufbau
Spielverlauf mit Licht und Schatten
Die deutsche Mannschaft tat sich besonders gegen die tief stehende österreichische Fünferkette schwer. Das 1:0 durch Nicole Anyomi in der 17. Minute resultierte aus einem Eckstoß, nicht aus dem zusammenhängenden Spiel. Erst als den Österreicherinnen die Kräfte schwanden, baute die DFB-Elf das Ergebnis aus: Vivien Endemann (52.), Sarah Puntigam (68./Eigentor), Jule Brand (76.) und Lea Schüller (83.) erzielten die weiteren Treffer.
Das einzige Gegentor in der laufenden WM-Qualifikation durch Chiara D'Angelo (77.) ärgerte Wück besonders. Er machte die eingewechselte Carlotta Wamser für die „schlechte Positionierung“ verantwortlich.
Hoher Anspruch als Maßstab
Wück betonte, dass er auf hohem Niveau kritisiere, aber genau das der Anspruch sei: „Wir wollen ja zu den Top-Nationen gehören. Und für mich gehört zu den Top-Nationen eine Mannschaft, die auch solche Spiele cleverer gewinnt“. Auch Jule Brand, die an vier Toren beteiligt war, räumte ein: „Da ist auf jeden Fall noch viel Luft nach oben.“
Bereits am Samstag hat die deutsche Mannschaft die Chance, sich gegen denselben Gegner zu verbessern – allerdings ohne ihre verletzte Kapitänin Giulia Gwinn.



