Bundestrainer Wück kritisiert DFB-Frauen trotz 5:1-Kantersieg in WM-Qualifikation
Wück kritisiert DFB-Frauen trotz 5:1-Sieg - Kapitänin Gwinn fällt aus

Bundestrainer Wück übt harte Kritik trotz deutlichem Sieg der DFB-Frauen

Im Nürnberger Max-Morlock-Stadion sorgten zwar die grellen Handylichter der 24.237 Fans für eine beeindruckende Kulisse und das Endergebnis von 5:1 gegen Österreich sprach eine klare Sprache, doch Bundestrainer Christian Wück ließ sich davon nicht täuschen. Trotz des Kantersiegs und der perfekten Bilanz von neun Punkten bei 14:1 Toren nach drei WM-Qualifikationsspielen zeigte sich der 52-jährige Trainer alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

Gwinn-Verletzung trübt die Stimmung zusätzlich

Die Laune des Bundestrainers wurde durch eine weitere Nachricht nicht besser: Kapitänin Giulia Gwinn musste am Morgen nach dem Spiel vorzeitig abreisen und wird das Rückspiel gegen Österreich am Samstag verpassen. Die Spielerin hat sich an der linken Schulter verletzt und wird in München weiter untersucht. Eine genaue Diagnose steht noch aus, doch fest steht bereits, dass die deutsche Mannschaft im nächsten Spiel auf ihre Anführerin verzichten muss.

„Wir sind nicht ganz an unser Leistungslimit gekommen, an unser Niveau“, kritisierte Wück unmittelbar nach dem Spiel. Der Ex-Profi machte deutlich, dass Siege allein weder ihn noch seine Spielerinnen zufriedenstellen – auf die Leistung komme es an. „Heute hat es nicht so hingehauen, wie ich mir das vorstelle“, so der Cheftrainer, „deswegen darf ich auch ein bisschen meckern.“

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Mängel in vielen Spielbereichen

Wück hatte tatsächlich viel zu bemängeln und nannte konkrete Schwachstellen:

  • Offensiv und defensiv gab es Defizite
  • Das Spiel mit und ohne Ball funktionierte nicht optimal
  • Besonders das Timing bei Läufen ohne Ballbesitz war mangelhaft
  • Die Positionierung der Spielerinnen ließ zu wünschen übrig
  • Passschärfe und erster Ballkontakt müssen verbessert werden

Jule Brand, die an vier Toren entscheidend beteiligt war, bestätigte die Kritik ihres Trainers: „Da ist auf jeden Fall noch viel Luft nach oben.“

Stockender Spielverlauf und ärgerliches Gegentor

Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte sich das Spiel der deutschen Mannschaft phasenweise stockend. Die tief stehenden Österreicherinnen mit ihrer Fünferkette ließen den DFB-Frauen nur wenig Räume. Die Führung durch Nicole Anyomi in der 17. Minute resultierte aus einem Eckstoß und nicht aus dem zähen Spiel heraus.

Erst als den Österreicherinnen die Kräfte schwanden, schraubten Vivien Endemann (52.), Sarah Puntigam (68./Eigentor), Jule Brand (76.) und Lea Schüller (83.) das Ergebnis in die erwartete Höhe. Das Gegentor durch Chiara D'Angelo (77.) ärgerte Wück besonders – er machte die für Gwinn eingewechselte Carlotta Wamser für die „schlechte Positionierung“ verantwortlich.

Hoher Anspruch als Maßstab

Wück betonte, dass seine Kritik auf hohem Niveau anzusiedeln sei: „Natürlich jammere ich auf hohem Niveau, aber wir wollen ja zu den Top-Nationen gehören. Und für mich gehört zu den Top-Nationen eine Mannschaft, die auch solche Spiele cleverer gewinnt.“

Der Bundestrainer wertete seine vielen Beanstandungen auch als Zeichen des gestiegenen eigenen Anspruchs. Schon am Samstag kann seine Mannschaft gegen denselben Gegner beweisen, dass sie aus der Kritik gelernt hat – allerdings ohne ihre verletzte Kapitänin Giulia Gwinn, was die Aufgabe nicht einfacher macht.

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