Schlotterbeck-Verlängerung: Watzke verteidigt Ausstiegsklausel beim BVB
Watzke verteidigt Schlotterbeck-Ausstiegsklausel

Schlotterbeck-Verlängerung beim BVB: Watzke verteidigt umstrittene Ausstiegsklausel

Die Vertragsverlängerung von Nationalspieler Nico Schlotterbeck beim BVB sorgt weiterhin für kontroverse Diskussionen. Während BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke die Vereinbarung als "guten Kompromiss" verteidigt, übt Ex-Profi Jürgen Kohler scharfe Kritik an der eingebauten Ausstiegsklausel.

Watzke bestätigt indirekt Klausel und nennt sie "State of the Art"

In einem Interview mit den "Ruhr Nachrichten" bestätigte Watzke erstmals indirekt, dass im neuen Vertrag von Schlotterbeck eine Ausstiegsklausel verankert ist. "Ich sage: Es ist ein guter Kompromiss", erklärte der frühere Geschäftsführer und aktuelle BVB-Präsident. "Für uns geht es immer darum, als Borussia Dortmund erstmal die Transferwerte zu sichern und dann natürlich auch irgendwann ein bisschen Planungssicherheit zu haben."

Watzke verteidigte die Praxis der Ausstiegsklauseln als modernen Standard im Profifußball: "Aber mittlerweile ist das 'State of the art'. Da müssen wir uns nichts vormachen. Das macht Bayern München genauso wie Paris oder wer auch immer. Das gibt es heute kaum noch anders." Der 66-Jährige deutete zudem an, dass die Klausel nicht bis zum Ende der Transferfrist am 31. August gezogen werden könne, da der Verein seine Transferplanungen früher abwickeln wolle.

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Kohler kritisiert scharf: "Keine echte Liebe"

Der frühere BVB-Profi Jürgen Kohler äußerte bei Sport1 deutliche Kritik an der Vereinbarung: "Ganz ehrlich: Eine Ausstiegsklausel ist für mich kein klares Bekenntnis. Das ist keine echte Liebe." Der Nationalverteidiger hatte in der vergangenen Woche nach monatelangem öffentlichem Hickhack seinen 2027 auslaufenden Vertrag bis 2031 verlängert.

Der neue Kontrakt soll Schlotterbeck im Sommer eine Ausstiegsklausel in Höhe zwischen 50 und 60 Millionen Euro ermöglichen, die einen Wechsel zu bestimmten Vereinen erlaubt. "Du verlängerst – aber planst gleichzeitig schon den nächsten Schritt. Das ist kein Zeichen von Stärke", betonte Kohler und erklärte weiter: "Du hast jetzt einen Topspieler – aber mit eingebauter Exit-Strategie. In solchen Konstellationen gibt es oft keinen echten Gewinner."

Kontroverse Reaktionen und unterschiedliche Perspektiven

Trotz der Vertragsverlängerung wurde Schlotterbeck am Samstag beim 0:1 gegen Bayer Leverkusen von Teilen der Fans ausgepfiffen. Kohler kritisierte zudem das grundsätzliche Vorgehen des Vereins: "Bei Borussia Dortmund habe ich oft das Gefühl, dass man eher reagiert als agiert. Wenn du immer schon den nächsten Abgang einkalkulierst, wirst du nie ganz oben ankommen."

Der 60-Jährige fügte hinzu: "Ein Topspieler darf gar nicht erst das Gefühl haben, er müsse wechseln, um den nächsten Schritt zu gehen." Watzke widersprach dieser Einschätzung deutlich: "Wieso sollte Nico nicht in zwei oder drei Jahren auch noch für Borussia Dortmund spielen? Das ist doch nicht ausgeschlossen. Nico hat sich doch nicht gegen Borussia Dortmund entschieden. Er hat die Belange von Borussia Dortmund und unsere Bedürfnisse schon auch sehr stark berücksichtigt."

Lange Zeit waren Ausstiegsklauseln in Dortmund verpönt, doch Watzke betonte die Notwendigkeit, sich den modernen Gegebenheiten des Profifußballs anzupassen. Die Diskussion zeigt die unterschiedlichen Perspektiven auf Vertragsgestaltung und Spielerbindung im modernen Fußballgeschäft.

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