Drei Tore, null Zähler: Demirovics bitterer VAR-Hattrick
Es ist eine Fußballgeschichte, die man so kaum glauben mag. Ermedin Demirovic, der 27-jährige Stürmer des VfB Stuttgart, durchlebt aktuell eine Phase, die selbst hartgesottene Profis erschüttern würde. Innerhalb von nur vier Tagen erzielte der Angreifer gleich drei Treffer – und sah sich jedes Mal vom Videoschiedsrichter (VAR) zurückgepfiffen. Ein VAR-Hattrick der besonderen Art, der Demirovic zum unglücklichsten Spieler der Bundesliga macht.
Die drei bitteren Szenen im Detail
Die Pechsträhne begann am Donnerstagabend in Glasgow. Bei der 4:1-Auswärtsniederlage der Stuttgarter netzte Demirovic scheinbar ein – stand dabei jedoch unstrittig im Abseits. Die VAR-Entscheidung war hier klar und nachvollziehbar.
Viel diskussionswürdiger gestaltete sich die Situation am Sonntagabend beim 3:3 gegen Heidenheim. In der 31. Minute schoss Demirovic den Ball ins Netz, doch Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied nach VAR-Einsatz anders. Maximilian Mittelstädt hatte ganze 18 Sekunden vor dem Torerfolg im Strafraum gefoult. Statt des Tores für Stuttgart gab es Elfmeter für Heidenheim.
Die dritte bittere Pille folgte in der 73. Minute desselben Spiels. Nach einer Flanke von Silas köpfte Demirovic zum vermeintlichen 3:2 ein. Doch wieder griff der VAR ein – diesmal wegen einer hauchzarten Abseitsstellung. Drei sehenswerte Tore, dreimal Jubel, dreimal später Frust.
„Das tut mir gerade brutal weh“
Nach dem Spiel zeigte sich Demirovic entsprechend niedergeschlagen. Auf Nachfrage sagte der Stürmer: „Das war extrem bitter. Dazu nur ein Punkt, bei einem Sieg wäre es mir egal. Das tut mir gerade brutal weh.“ Seine Worte spiegeln die emotionale Belastung wider, die solche VAR-Entscheidungen für Spieler bedeuten können.
Gomez mit ähnlicher Erfahrung
Interessanterweise ist Demirovic nicht der erste Stuttgart-Spieler mit dieser unglücklichen Erfahrung. Mario Gomez, heute Technischer Direktor bei Red Bull Soccer, erzielte am 1. Dezember 2019 ebenfalls drei Tore in einem Spiel – und sah alle drei vom Video-Assistenten Robert Kempter wegen Abseits aberkannt.
Der damalige Stürmer kommentierte dies mit den Worten: „Ich war ein Freund des VAR, weil ich dachte, der Fußball wird dadurch gerechter. Aber für uns Stürmer ist das eine Katastrophe.“ Eine Einschätzung, die Demirovic sieben Jahre später wohl nur allzu gut nachvollziehen kann.
Die VAR-Debatte geht weiter
Die drei Entscheidungen gegen Demirovic werfen erneut Fragen zur Anwendung der Videotechnik im Fußball auf. Während die Abseitsentscheidungen technisch korrekt waren, sorgt insbesondere die Rücknahme des Tores wegen eines 18 Sekunden zurückliegenden Fouls für Diskussionsstoff. Für den VfB Stuttgart bedeutet dies konkret: Statt möglicherweise sechs Punkten aus zwei Spielen blieb es am Ende bei nur einem Zähler.
Demirovics persönliche Statistik bleibt ebenfalls unverändert – drei Tore weniger, dafür ein ungewollter Rekord: Der VAR-Hattrick eines Spielers innerhalb weniger Tage. Eine Fußballkuriosität, die dem Stuttgarter Stürmer wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.



