Tuchel kritisiert England-Stars nach müder WM-Generalprobe gegen Neuseeland
Tuchel unzufrieden: England nur 1:0 gegen Neuseeland

Die englische Nationalmannschaft hat sich im letzten Test vor der Weltmeisterschaft zu einem mühevollen 1:0-Sieg gegen Außenseiter Neuseeland gequält. Der Rasen im Raymond James Stadium in Tampa, Florida, war holprig und stumpf, die Temperaturen lagen bei über 30 Grad – entsprechend durchwachsen fiel die Leistung der Three Lions aus. Der einzige Treffer gelang Bayern-Star Harry Kane in der Nachspielzeit der ersten Hälfte.

Tuchel: „War okay, aber nicht super-glücklich“

Englands Trainer Thomas Tuchel zeigte sich nach der Partie nur bedingt zufrieden: „Ich fand's okay. Ich bin aber auch nicht super-glücklich. Mir hat die zweite Hälfte besser gefallen, da hatten wir mehr Biss, waren mit und ohne Ball aggressiver, haben mehr Chancen kreiert.“ Besonders kritisierte der 52-Jährige, dass sich seine Spieler nicht an den Matchplan gehalten hätten. „In der ersten Halbzeit waren alle außerhalb ihrer Positionen unterwegs, es war mir ein bisschen zu viel Freestyle. Wir haben zu oft die Positionen getauscht. Es ist grundsätzlich kein Problem, die Positionen zu tauschen, nur muss man irgendwann wieder seine Position finden, damit jeder weiß, wie man dann den Angriff startet, dann wäre es uns leichter gefallen, das Spiel zu beschleunigen.“

Weiter führte Tuchel aus: „Wir haben Flanken geschlagen, jede Menge Flanken. Und aus der Distanz geschossen. Das entspricht normalerweise nicht unserer Spielweise. Wir haben viele lange Bälle und lange Pässe gespielt – das stand in den letzten vier Tagen nicht auf dem Trainingsprogramm.“ Der deutsche Coach wechselte in der Halbzeit die komplette Mannschaft, um möglichst vielen Spielern Einsatzzeit zu geben, was jedoch dem Spielfluss nicht gut tat.

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Tuchel relativiert: Äußere Bedingungen und wenig Training

Trotz der Kritik wusste Tuchel die Leistung seiner Stars auch einzuordnen. Viele Spieler hätten im November das letzte Mal gemeinsam auf dem Rasen gestanden, man habe nur vier gemeinsame Trainingseinheiten absolviert. „Dazu kamen die äußeren Bedingungen, die Platzverhältnisse – dann kommt sowas dabei heraus“, sagte der deutsche Coach. Auch Kane relativierte den Sieg: „Es war ein ordentlicher Sieg. Der Rasen war nicht besonders gut, das hat es uns sehr schwer gemacht, so zu spielen, wie wir es wollten. Aber deswegen sind wir hier, um uns darauf vorzubereiten.“

Bellingham-Debatte: Startelf oder Bank?

Real-Star Jude Bellingham, der nicht in Tuchels Startelf stand, sprach ebenfalls von schwierigen Platzverhältnissen, meinte aber, das Team habe sich „gut darauf eingestellt“. Der frühere Dortmunder sorgte in England für Diskussionen, ob er auch im Auftaktspiel gegen Kroatien in der Stammformation fehlen würde. Tuchel dazu: „Es sind im Hinblick auf das Kroatien-Spiel noch keine Entscheidungen getroffen, es gab heute auch keine versteckten Botschaften. Wir haben versucht, heute zwei gleichstarke Teams aufzustellen.“ Tuchel lobte den Real-Star vielmehr: „Er kommt aus einer Verletzung, ist voller Energie und glücklich, wieder auf dem Platz zu stehen.“

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