TSV 1860 München: Nur ein Tabellenplatz entscheidet über DFB-Pokal-Ticket
TSV 1860: Tabellenplatz entscheidet über DFB-Pokal-Ticket

TSV 1860 München: Finanziell irrelevant, aber sportlich entscheidend

Der Aufstiegstraum ist geplatzt, doch für den TSV 1860 München ist die Saison noch nicht bedeutungslos. Beim Heimspiel gegen Jahn Regensburg startet für die Löwen eine Restsaison, die trotz fehlender Aufstiegschancen wichtige Weichen für die Zukunft stellt. Trainer Markus Kauczinski sieht in den verbleibenden sechs Spielen eine Chance, seine Elf für die kommende Spielzeit zu formen und interne Scouting-Prozesse voranzutreiben.

Tabellenplatz fast ohne finanzielle Auswirkungen

In der Dritten Liga unterscheidet sich die Verteilung der TV-Erlöse grundlegend von den Bundesligen. Während in höheren Ligen die Platzierung direkte finanzielle Folgen hat, werden in der Dritten Liga die Gelder gleichmäßig unter allen Teilnehmern aufgeteilt. Der aktuelle TV-Vertrag, der bis Sommer 2027 gilt, bringt der Liga 26,2 Millionen Euro pro Saison ein, wovon 90 Prozent in den Spielbetrieb fließen. Jeder Klub erhält somit etwa 1,31 Millionen Euro, unabhängig von seiner Position in der Tabelle.

Trainer Claus-Dieter Wollitz von Cottbus kritisiert dieses System scharf: "Es sollte nicht egal sein, ob du Zehnter oder Dreizehnter wirst." Er plädiert für eine gerechtere Verteilung, die Erfolg belohnt und die Attraktivität der Liga steigert. Kauczinski teilt diese Ansicht und betont: "Da habe ich nichts dagegen. Es macht prinzipiell Sinn, dass Erfolg auch belohnt wird. Hört sich erstmal logisch an."

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Vierter Platz als Ticket für den DFB-Pokal

Eine Ausnahme bildet der vierte Tabellenplatz, der automatisch die Qualifikation für den DFB-Pokal bedeutet. Dies wäre sowohl sportlich als auch finanziell ein großer Gewinn, da ein Startplatz in dieser Saison 211.886 Euro wert war. Der TSV 1860 liegt derzeit sieben Punkte hinter diesem Ziel, doch Kauczinski betont die Bedeutung, "jeden Platz, den man besser machen kann, besser machen zu wollen". Es gehe darum, Leistung, Einstellung und Körpersprache zu zeigen, um das Gesicht des Vereins zu wahren.

Weichenstellung für die Saison 2026/27

Mit 16 auslaufenden Verträgen steht dem TSV 1860 ein umfassender Kaderumbruch bevor. Kauczinski nutzt die letzten Spiele für internes Scouting, um Talente zu identifizieren und über Vertragsverlängerungen zu entscheiden. "Da waren Jungs, die haben Vertrag, die haben enttäuscht. Da sind Jungs, deren Vertrag ausläuft, die haben enttäuscht", so der Trainer. Er legt Wert auf einen respektvollen Umgang und die Wertschätzung bisheriger Leistungen.

Obwohl der Nachwuchsleistungsfördertopf des DFB nicht gezielt für mehr Talenteinsätze genutzt wird, kündigt Kauczinski Veränderungen an: "Das trifft aber nicht nur Junge, das trifft vielleicht auch den einen oder anderen, der eine Chance kriegt, der vielleicht weniger gespielt hat." Der Fokus liege darauf, etwas Neues entstehen zu lassen, das über die reine Vorbereitung auf die nächste Saison hinausgeht.

Totopokal-Finale als Höhepunkt der Restsaison

Das mit Abstand wichtigste Spiel der verbleibenden Saison ist das Totopokal-Finale gegen den Regionalligisten Würzburger Kickers am 23. Mai. Ein Sieg würde nicht nur Silberware bedeuten und der Spielzeit ein versöhnliches Ende schenken, sondern auch einen Startplatz im DFB-Pokal sichern. Dieser wäre ein wertvoller Pluspunkt in Vertragsgesprächen und ein finanzielles Zugpferd für den Verein.

Die Löwen haben das Ticket für das Endspiel erst vor kurzem gegen Regensburg gelöst und sehen darin eine Chance, die Saison trotz enttäuschender Ligaergebnisse positiv abzuschließen. Kauczinski und sein Team bereiten sich intensiv auf dieses Duell vor, das über den sportlichen Erfolg hinaus auch symbolische Bedeutung für die Zukunft des TSV 1860 hat.

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