Verlaat muss um Stammplatz kämpfen: Paula betont Leistungsprinzip beim TSV 1860
Der Kult-Lockenkopf und Kapitän des TSV 1860 München, Jesper Verlaat, hat nach seiner langen Verletzungspause ein ernsthaftes Problem. Bei der 1:2-Niederlage am sechsten Spieltag der Drittliga-Saison 2025/26 gegen den FC Hansa Rostock zog sich der 29-jährige Niederländer eine schwere Muskelverletzung zu. Nach einem Rückschlag im türkischen Trainingslager kehrte er erst am 25. Spieltag im Rückspiel gegen Rostock (1:0) zurück. Doch die Situation hat sich grundlegend verändert.
Reinthaler und Schifferl erweisen sich als Defensiv-Bollwerk
Während der monatelangen Abwesenheit Verlaats etablierte sich ein neues Abwehrgesetz bei den Löwen. Max Reinthaler und Raphael Schifferl kompensierten nicht nur das Fehlen des Kapitäns, sondern auch die Verletzung von Sean Dulic in herausragender Weise. Beim 5:0-Kantersieg gegen den TSV Havelse und beim Heimsieg gegen Rostock präsentierte sich das Duo gemeinsam mit dem Belgier Siemen Voet als nahezu unüberwindbare Defensivreihe.
Die Statistiken unterstreichen ihre Bedeutung: Reinthaler kam in 15 Einsätzen auf sieben Siege, drei Remis und drei Niederlagen (1,84 Punkte pro Spiel). Schifferl absolvierte zehn Partien und blieb 2026 mit zwei Siegen und drei Unentschieden ungeschlagen. Ihre Leistungen blieben nicht unbemerkt.
Paulas klare Botschaft an den Kapitän
TSV-1860-Geschäftsführer Manfred Paula äußerte sich in der AZ deutlich zur Situation: "Die Jungs, die für unsere länger verletzten Spieler in die Bresche gesprungen sind, haben einen richtig guten Job gemacht", lobte der Boss und konkretisierte: "Gerade unsere letzte Abwehrreihe hat schon vor und auch nach der Winterpause für Stabilität gesorgt. Da muss man zum Beispiel an Max Reinthaler und Raphael Schifferl ein Lob aussprechen."
Die Konsequenz für Verlaat ist unmissverständlich: "Jesper Verlaat war zuletzt erstmals wieder im Kader und wird alles geben müssen, um sich seinen Platz in der Kette wieder zu erspielen", so Paula. Die Entscheidung liege zwar bei Cheftrainer Markus Kauczinski, doch das Leistungsprinzip gelte uneingeschränkt.
Luxusproblem für Trainer Kauczinski
Für den 56-jährigen Cheftrainer Markus Kauczinski stellt das Comeback Verlaats ein echtes Luxusproblem dar. Mit Reinthaler, den er bereits vom FC Wehen Wiesbaden kennt, hat er einen verlässlichen Verteidiger gefunden. Kenner des Trainers vermuten, dass selbst der Mann mit der Kapitänsbinde zunächst auf der Bank Platz nehmen muss, solange Reinthaler fehlerfrei spielt.
Auch für den zurückkehrenden Sean Dulic könnte es ähnlich schwierig werden, sollte Schifferl seine aggressive und erfolgreiche Defensivarbeit wie gegen Rostock fortsetzen. Der Österreicher wurde damals von den Fans für seine Klärungsaktionen gefeiert und reckte mehrfach die Fäuste nach oben.
Optimismus im Aufstiegs-Endspurt
Trotz der personellen Entscheidungen zeigt sich Paula optimistisch für den Saisonendspurt: "Ich bin jedenfalls zuversichtlich, weil wir viele gute Spieler in unseren Reihen haben und der Trainer nach und nach wieder zusätzliche Optionen zur Verfügung hat", erklärte der Geschäftsführer. Auch aus dem Nachwuchs habe man Qualität zuführen können.
Die abschließende Botschaft bleibt klar: "Man muss von Spieltag zu Spieltag sehen, wer für den Trainer die beste Option darstellt". Beim TSV 1860 München zählt in der entscheidenden Phase der Saison nur die aktuelle Leistung – unabhängig von Status oder Vergangenheit.



