Tour de France 2026: Zwölf Deutsche am Start – Lipowitz als Top-Favorit
Tour de France 2026: Zwölf Deutsche am Start

Am Samstag beginnt in Barcelona die 113. Tour de France. Unter den 184 Fahrern aus 23 Teams sind zwölf Deutsche – die höchste Zahl seit fünf Jahren. 2017 waren es zuletzt 16 deutsche Profis, damals startete die Tour in Düsseldorf. Nur Belgien (31), Frankreich (30) und die Niederlande (17) stellen mehr Fahrer. Zwei deutsche Teams sind am Start: Red Bull-Bora-hansgrohe und Lidl-Trek, wobei Letzteres keinen Deutschen entsendet. Auf den 3321 Kilometern bis Paris am 26. Juli kämpfen die folgenden zwölf Deutschen um Erfolge.

Florian Lipowitz: Der deutsche Hoffnungsträger

Der 25-jährige Schwabe aus Laichingen feierte bei seiner Tour-Premiere 2025 gleich den dritten Platz. Auch 2026 zählt er zu den heißesten Anwärtern aufs Podium. Titelverteidiger Tadej Pogačar (27/Slowenien) scheint unschlagbar, doch Lipowitz ist an Jonas Vingegaard (29/Dänemark) herangerückt. Er bildet mit dem Belgier Remco Evenepoel (25) eine Doppelspitze bei Red Bull-Bora-hansgrohe.

Nico Denz: Der Edelhelfer

Für den 32-jährigen Profi aus Waldshut (Baden-Württemberg) ist es die zweite Tour. Er kann bereits auf drei Etappensiege beim Giro d'Italia verweisen. Seine Nominierung war ein ausdrücklicher Wunsch von Kapitän Lipowitz.

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Felix Engelhardt: Deutscher Meister im Peloton

Der 25-jährige Ulmer wurde am vergangenen Wochenende in Thüringen Deutscher Meister im Straßenrennen. Sein auffälliges Trikot mit schwarz-rot-goldenem Brustring darf er bereits in Frankreich tragen. „Das Nonplusultra“, sagt er zu BILD. Er feiert seine Tour-Premiere und fungiert als Road Captain seines Teams Jayco AlUla, besonders in der Startphase der Etappen.

Pascal Ackermann: Der Sprinter auf Etappenjagd

Der 32-jährige Sprinter aus Kandel (Rheinland-Pfalz) gewann bereits fünf Grand-Tour-Etappen: drei beim Giro, zwei bei der Vuelta. Nur ein Toursieg fehlt ihm noch. Deshalb wechselte er von Israel-Premier Tech nach Australien zu Jayco AlUla. Er wird bei den Sprints um Etappensiege kämpfen.

John Degenkolb: Der erfahrene Klassikersieger

Der 37-jährige Thüringer, der nahe Frankfurt/Main lebt, nimmt zum elften Mal an der Tour teil und ist der zweitälteste Fahrer (nach Damiano Caruso, 38). Er ist der erfolgreichste aktive deutsche Radprofi mit zehn Vuelta-Etappensiegen, je einem Tour- und Giro-Sieg sowie Klassikersiegen bei Paris-Roubaix und Mailand-San Remo (2015). Mit seinem Team Picnic PostNL geht er auf Etappenjagd.

Niklas Märkl: Der klassische Helfer

Der 27-jährige aus Queidersbach (Baden-Württemberg) bestreitet seine zweite Tour und ist als Helfer eingeplant. Sein Vater Andreas ist seit März 2025 Präsident des Radsport-Landesverbandes Rheinland-Pfalz.

Nils Politt: Pogacars wichtiger Helfer

Der 32-jährige Kölner wechselte 2024 zu UAE Emirates-XRG, was viele belächelten. Doch die Entscheidung war goldrichtig. Der Sieger der Deutschland-Tour 2021 und Tour-Etappengewinner desselben Jahres entwickelte sich zu einem der wichtigsten Helfer für Superstar Tadej Pogačar. Er nimmt seine zehnte Tour in Angriff und wurde vergangene Woche Deutscher Meister im Einzelzeitfahren.

Georg Steinhauser: Der Ex-Neffe von Jan Ullrich

Der 24-jährige Allgäuer ist der Ex-Neffe von Jan Ullrich (52), dem einzigen deutschen Tour-Gewinner. Ullrich war mit Georgs Tante Sara verheiratet. Georgs Vater Tobias (54) war ebenfalls Radprofi und fuhr dreimal die Tour. Für Georg ist es die erste Tour-Teilnahme.

Michel Heßmann: Der Rückkehrer nach Dopingsperre

Der 25-jährige Münsteraner ist zum ersten Mal bei der Tour dabei. Movistar setzt auf Etappensiege, wobei Heßmann seine Teamkollegen in Position bringen soll. Mit 1,91 m bietet er eine gute Deckung. Er mag hügeliges Profil und bewies bei kleineren Rundfahrten sein Potenzial fürs Gesamtklassement. Er ist der einzige aktive Deutsche, der wegen Dopings gesperrt war: 21 Monate bis März 2025 wegen eines kontaminierten Schmerzmittels.

Max Kanter: Der Sprintspezialist

Der 28-jährige Cottbuser ist im dritten Jahr bei XDS Astana und feiert sein Tour-Debüt. Der Sprintspezialist will bei Entscheidungen mitmischen und arbeitet für Kapitän Sergio Higuita (28/Kolumbien), einen klassischen Rundfahrer.

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Georg Zimmermann: Der Frankfurter Sieger

Der 28-jährige Augsburger startet zum sechsten Mal in Folge bei der Tour. Am 1. Mai gewann er Eschborn-Frankfurt, eines der renommiertesten deutschen Rennen. Vor drei Jahren wurde er bereits Zweiter bei einer Etappe – diesmal soll es mit dem Sieg klappen. Er studierte Internationales Management, die Börse ist sein Hobby.

Phil Bauhaus: Auf der Jagd nach dem ersten Toursieg

Der 31-jährige Bocholter fährt seine vierte Tour. Bei Bahrain-Victorious liegt der Fokus auf dem jungen Franzosen Lenny Martinez (22), doch Bauhaus hat das große Ziel nicht aus den Augen verloren: Nach mehreren Etappenerfolgen bei kleineren Rundfahrten wäre ein Tageserfolg bei der Tour der wichtigste Sieg seiner Karriere.