Krisengipfel im Norden: St. Pauli nutzt Werder-Schwäche
In einem hochbrisanten Abstiegskampf-Duell hat der FC St. Pauli den norddeutschen Krisengipfel für sich entschieden und Werder Bremen weiter in die Misere gestürzt. Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion setzten sich die Hamburger mit 2:1 (0:0) durch und verdrängten den Tabellennachbarn auf den vorletzten Rang der Fußball-Bundesliga.
Thiounes dritte Pleite in Folge
Für Werder Bremen war es die dritte Niederlage im dritten Spiel unter der Regie von Trainer Daniel Thioune. Die Bremer blieben damit im 13. Ligaspiel nacheinander ohne Sieg. Ein historisch schlechter Start, denn noch nie zuvor hatte ein Werder-Trainer in seinen ersten drei Ligapartien kein Tor bejubeln dürfen. Diesen negativen Eintrag in der Clubhistorie verhinderte nur Jovan Milosevic mit seinem Ausgleichstreffer in der 62. Minute.
Katastrophaler Fehler leitet Werder-Pleite ein
Die Partie entwickelte sich zunächst nach Werder-Vorstellungen. Die Bremer waren im ersten Durchgang das klar bessere Team und kontrollierten das Spielgeschehen. Doch in der 55. Minute kam der entscheidende Wendepunkt: Ein katastrophaler Fehler von Werder-Torwart Mio Backhaus besiegelte das Schicksal der Gäste. Der Schlussmann konnte einen eher harmlosen Kopfball von Hauke Wahl aus elf Metern nicht festhalten, der Ball glitt ihm durch die Hände und ins Tor.
„Dieser Fehler war der Schlüsselmoment des Spiels“, analysierten Beobachter nach der Partie. „Backhaus, der eigentlich als sicherer Rückhalt galt, versagte in der entscheidenden Situation und gab St. Pauli ein Geschenk, das diese dankbar annahmen.“
Hamburger zeigen Moral und kämpferischen Geist
Nach dem Führungstreffer durch Wahl gerieten die Hamburger zwar kurzzeitig unter Druck, als Torwart Nikola Vasilj unglücklich ausrutschte und Milosevic den verdienten Ausgleich erzielte. Doch St. Pauli zeigte Charakter: Nur acht Minuten später ging Joel Chima Fujita mit einem präzisen Schuss im Strafraum erneut in Führung.
Die Defensivprobleme der Bremer wurden in dieser Partie besonders deutlich. Bereits vor dem Spiel musste Trainer Thioune den Ausfall von Außenverteidiger Felix Agu hinnehmen, dazu fehlten die Innenverteidiger Amos Pieper und Karim Coulibaly. St. Pauli hingegen konnte sich über die Rückkehr der Leistungsträger Hauke Wahl und Eric Smith freuen.
Werder ohne Antwort in der Schlussphase
In den letzten zwanzig Minuten suchten die Bremer verzweifelt nach dem erneuten Ausgleich, doch die Hamburger Abwehr stand sicher. Die besten Chancen der Gäste hatten bereits in der ersten Halbzeit gelegen, als Marco Grüll (2./23.) und Jens Stage vergeblich versuchten, den Ball im Tor unterzubringen.
„Wir haben heute zu viele individuelle Fehler gemacht“, räumte ein enttäuschter Werder-Spieler nach der Partie ein. „Gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf können wir uns das nicht leisten.“
Ausblick auf die kommenden Wochen
Die Niederlage bedeutet für Werder Bremen einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Mit nur noch wenigen Spielen bis zum Saisonende wird der Druck auf Trainer Thioune und sein Team immer größer. St. Pauli hingegen kann mit diesem wichtigen Dreier neuen Mut schöpfen und blickt etwas optimistischer in die verbleibenden Partien.
Die nächsten Spiele werden zeigen, ob die Bremer aus dieser bitteren Niederlage lernen können oder ob der negative Trend anhält. Für St. Pauli gilt es nun, den Schwung mitzunehmen und die gute Heimstärke weiter auszubauen.



