THW Kiel trennt sich von Trainer Filip Jicha mit sofortiger Wirkung
THW Kiel feuert Trainer Filip Jicha

Der Handball-Rekordmeister THW Kiel hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Filip Jicha (44) getrennt. Die Entscheidung fiel im Anschluss an die Saisonanalyse und überrascht trotz einer erst im Oktober 2025 erfolgten Vertragsverlängerung bis 2028. Aus sportlicher Sicht zeigte die Entwicklung der vergangenen Jahre klar nach unten: Nach zwei vierten Plätzen landete das Team zuletzt nur noch auf Rang sechs in der Daikin Handball-Bundesliga. Damit verpasste Kiel erstmals seit 33 Jahren die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb sowie zum dritten Mal in Folge die Teilnahme an der Champions League. Auch wirtschaftlich hat diese Entwicklung spürbare Konsequenzen. Der Verein schließt die Saison mit einem Defizit im siebenstelligen Bereich ab.

Gründe für die Trennung: Fehlende Konstanz und taktische Stagnation

In den vergangenen zwei Wochen folgten eine ausführliche Fehleranalyse, eine schonungslose Aufarbeitung mit Aufsichtsrat, Geschäftsführung und sportlicher Leitung. Geschäftsführer Viktor Szilagyi (47) erklärte: „Meine Aufgabe ist es, aus Erkenntnissen zu handeln. Ich hätte mir gewünscht, den Neustart unserer neu formierten Mannschaft wie geplant gemeinsam mit Filip angehen zu können.“ Der Österreicher ergänzte mit Blick auf die kommende Saison: „Der Ballast der sportlichen Entwicklung in den vergangenen Monaten wiegt dafür zu schwer.“ Der Kader mit den THW-Zugängen (unter anderem Köster/Gummersbach und Makuc/Barcelona) solle ohne Rucksack in die Saison gehen können.

Die Probleme in der abgelaufenen Saison waren vielfältig: Der Kader war auf mehreren Schlüsselpositionen zu schmal und unausgewogen besetzt. Auf Verletzungen wichtiger Leistungsträger konnte nicht ausreichend reagiert werden. Filip Jicha wurde vorgeworfen, dass sich der THW taktisch nicht entscheidend weiterentwickelt habe. Vor allem aber fehlte die Konstanz. Siege gegen Spitzenteams wie Magdeburg oder Flensburg standen Pleiten gegen Kellerkinder wie Minden und Wetzlar gegenüber.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Interne Unruhe und prominente Kritik

Diese Widersprüche sorgten auch intern für Unruhe. Kapitän Domagoj Duvnjak sagte nach der Minden-Pleite: „Ich schäme mich ohne Ende.“ Ex-Nationalspieler Hendrik Pekeler sprach sogar vom nicht bestandenen „Charaktertest“. Jicha geht als Kiel-Ikone: Mit dem THW Kiel gewann er als Spieler und Trainer insgesamt 33 Titel – ein Rekord.

Nachfolger: Börge Lund als heißer Kandidat

Nach Informationen dieser Redaktion ist der norwegische Ex-Kieler Börge Lund (47), aktuell Trainer in Elverum, ein aussichtsreicher Kandidat für die Jicha-Nachfolge. Lund spielte von 2007 bis 2010 für den THW Kiel. Kiel-Boss Szilagyi schweigt zur Personalie: „Natürlich wissen wir, dass in den nächsten Tagen beinahe jeder Name im Welthandball mit uns in Verbindung gebracht werden wird. Wir werden diese wie immer nicht kommentieren, sondern wie schon in den vergangenen Wochen in Ruhe unsere Arbeit machen und für den THW Kiel die bestmögliche Lösung finden. Heute ist aber erst einmal der Tag der Dankbarkeit für das, was Filip für den THW Kiel geleistet hat.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration