Stuttgart-Tor aberkannt: VAR-Entscheidung sorgt für Wut in den Katakomben
Stuttgart-Tor aberkannt: VAR sorgt für Wut in Katakomben

VAR-Entscheidung entzweit: Stuttgarts vermeintliches Siegtor wird aberkannt

Beim 3:3 des VfB Stuttgart beim FC Heidenheim entwickelte sich eine Szene in der 73. Minute zum zentralen Diskussionspunkt des Spiels. Angelo Stiller schlug eine präzise Freistoßflanke in den Strafraum, die Ermedin Demirovic mit einem kraftvollen Kopfball im Tor unterbrachte. Die Stuttgarter Feierlaune währte jedoch nur kurz, denn Videoschiedsrichter Günter Perl meldete sich bei Schiedsrichter Sascha Stegemann.

Lange Wartezeit, umstrittene Entscheidung

Nach einer ausgedehnten Überprüfungsphase verkündete Stegemann die Entscheidung: Abseits, kein Tor. Damit wurde der vermeintliche 3:2-Führungstreffer der Schwaben zurückgenommen. Für den VfB war die Angelegenheit damit jedoch keineswegs abgeschlossen. Nach Spielende herrschte vor der Stuttgarter Kabine großer Unmut über die Schiedsrichterleistung.

Co-Trainer David Krecidlo erschien in den Katakomben mit seinem Handy in der Hand. Ein Screenshot der kritischen Abseitsszene sollte nach Ansicht des VfB beweisen, dass der VAR die falsche Abseitslinie gezogen hatte. Demnach hätte die Linie nicht bei Heidenheims Spieler Schimmer in der Strafraummitte, sondern bei Traore am linken Strafraumeck gezogen werden müssen.

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VfB vermutet klaren Messfehler

Trainer Sebastian Hoeneß äußerte sich zurückhaltend zu den Vorwürfen: „Es gab die Info. Wir dachten, dass ein anderer Spieler tiefer steht. Das ist bisher nicht geklärt.“ Deutlicher wurde dagegen Torschütze Ermedin Demirovic, dem BILD die computergenerierte DFB-Grafik der Abseitsszene sowie einen Screenshot vom Moment der Stiller-Flanke zeigte.

„Wenn das wirklich stimmt, ist das eine Frechheit, Wahnsinn“, empörte sich Demirovic über sein aberkanntes Tor. „Da kommen irgendwelche Computer, der Schiedsrichter kann – ohne ihm einen Vorwurf zu machen – gar nichts mehr entscheiden. Die sind nur darauf fokustiert, dass sie irgendwer aus dem Keller anruft.“

Fundamentale Kritik am Videosystem

Der Stürmer setzte noch einen drauf: „Und wenn die dann noch schlafen oder eine andere Linie ziehen, dann finde ich das mittlerweile Quatsch und frage mich, wo wir gelandet sind. Alles dem Computer zu überlassen, da sollte man sich etwas einfallen lassen für so einen Müll.“

Ob bei der äußerst knappen Entscheidung tatsächlich ein Messfehler vorlag, bleibt aktuell unklar. Fest steht jedoch, dass diese VAR-Intervention erneut die grundsätzliche Diskussion über den Einsatz der Videotechnik im Fußball entfacht hat. Der VfB Stuttgart muss sich mit einem Punkt aus Heidenheim begnügen, während die Frage nach der Richtigkeit der Abseitsentscheidung weiter im Raum steht.

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