St. Paulis Führungsproblem: Viermal Führung verspielt - Abstiegsgefahr wächst
St. Pauli: Führungsproblem verschärft Abstiegsgefahr

St. Paulis Führungsproblem: Viermal Führung verspielt - Abstiegsgefahr wächst

Eigentlich hatte der FC St. Pauli gegen den 1. FC Köln fast alles richtig gemacht, doch am Ende blieb es bei einem enttäuschenden 1:1. Dieses Unentschieden im heißen Abstiegskampf der Bundesliga fühlt sich angesichts der parallel laufenden Ergebnisse anderer Mannschaften wie eine deutliche Niederlage an. Statt den Anschluss an die direkten Nichtabstiegsplätze zu finden, rückt die Konkurrenz aus den unteren Tabellenregionen bedrohlich näher.

Die bittere Bilanz der letzten Wochen

Das Problem ist offensichtlich: In den vergangenen vier Spielen ist es den Kiez-Kickern gleich viermal gelungen, eine Führung zu erarbeiten, diese aber nicht über die Zeit zu bringen. Abgesehen von der deutlichen 0:5-Niederlage gegen Bayern München gingen die Hamburger in drei dieser Partien mit 1:0 in Front. Dazu kommt noch ein weiteres Führungsspiel am 20. Spieltag in Augsburg.

Die Statistik spricht eine klare Sprache: Während es in der vergangenen Saison noch in acht von zehn Fällen gelang, eine Führung auch in einen Sieg zu verwandeln, ist diese Quote in den letzten Wochen dramatisch gesunken. Aktuell lautet die Bilanz: Zehnmal in Führung gegangen, aber nur sechsmal gewonnen.

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Blessin sucht nach Erklärungen

Gegen Union Berlin (1:1) und nun auch gegen Köln (1:1) gab es immerhin noch Remis, doch gegen Freiburg (1:2) und in Augsburg (1:2) endeten die Spiele mit Niederlagen. Schon nach der Freiburg-Pleite suchte Trainer Alexander Blessin (52) nach Erklärungen für die schwachen zweiten Halbzeiten trotz Führung: „Wir waren nicht mehr so gut im Spiel, nicht mehr so präsent, haben den Gegner immer näher ans Tor rankommen lassen.“

Gegen Köln hatten viele Fans das deutliche Gefühl, dass sich St. Pauli nach der Führung durch Karol Mets in der 69. Minute zu weit zurückzog und zu passiv agierte. Die Folge war, dass Köln durch einen scheinbar harmlosen Angriff zu einem umstrittenen Elfmeter kam, der zum späten Ausgleich in der 86. Minute führte. Blessin kommentierte dies nach dem Spiel mit den Worten: „Wir wollten nicht ins offene Messer laufen.“

Defensive als Stärke und Schwäche zugleich

Zweifellos gehört die Defensive zu den größten Stärken des FC St. Pauli, doch wie schon in der Hinrunde bei der unglücklichen Serie von neun Niederlagen funktionierte sie zuletzt trotz Führung in entscheidenden Momenten nicht zuverlässig. Letztlich hat St. Pauli in den betreffenden vier Spielen durch das anhaltende Führungsproblem vier bis sechs wertvolle Punkte aus der Hand gegeben.

In den verbleibenden vier Spielen der Saison darf sich dieses Muster nicht wiederholen, sonst droht dem Verein sogar der direkte Abstieg aus der Bundesliga. Die Mannschaft um Trainer Blessin steht unter enormem Druck, endlich wieder die nötige Konstanz und Spielintelligenz zu zeigen, um Führungen auch über die volle Spielzeit zu verteidigen.

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