Keller-Krimi im Millerntor: St. Pauli drängt Werder Bremen auf Abstiegsplatz
St. Pauli besiegt Werder Bremen im Abstiegskampf

Spannendes Kellerduell im Millerntorstadion entschieden

In einem hochdramatischen und intensiv geführten Kellerduell der Fußball-Bundesliga hat der FC St. Pauli einen wichtigen Dreier im Kampf um den Klassenerhalt geholt. Vor ausverkauften Rängen im traditionsreichen Millerntorstadion setzten sich die Hamburger am Sonntag mit 2:1 (0:0) gegen den taumelnden SV Werder Bremen durch und drängten den norddeutschen Konkurrenten damit auf einen direkten Abstiegsplatz.

Keine Fußball-Feinkost, aber umso mehr Leidenschaft

Beide Teams lieferten zwar keine technisch hochkarätige Fußball-Feinkost ab, dafür ging es in zahlreichen Zweikämpfen und mit enormem Einsatz zur Sache. Der erste Durchgang zeigte anschaulich, weshalb beide Mannschaften zu den offensiv schwächsten Teams der Liga gehören. Trotz erkennbaren Willens blieb es viel Stückwerk, klare Torchancen waren Mangelware.

Vor 29.546 begeisterten Zuschauern nahm die Partie nach der Pause jedoch deutlich an Spannung und Tempo zu. Die Torraumszenen häuften sich, und beide Teams fanden nun den Weg in die gegnerischen Strafräume. Die Bedeutung dieser Begegnung hatten beide Trainer bereits im Vorfeld betont, denn mit jedem Spieltag werden die verbleibenden Möglichkeiten im Abstiegskampf geringer.

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Drehbuchreifes zweite Halbzeit mit wechselnden Führungen

Nach torloser erster Hälfte traf Verteidiger Hauke Wahl in der 55. Minute per Kopf zur Führung für die Hausherren. Werders Torhüter Mio Backhaus machte dabei keine gute Figur, als ihm der Ball durch die Finger rutschte. Doch die Freude bei St. Pauli währte nur kurz: Bereits sieben Minuten später glich der eingewechselte Jovan Milosevic für Werder Bremen aus, nachdem auch St. Paulis Keeper Nikola Vasilj unglücklich agiert hatte.

Den entscheidenden Treffer markierte schließlich Joel Fujita in der 70. Spielminute, der bei den Gastgebern für großen Jubel sorgte. Die Bremer, die seit November auf einen Sieg warten und auch nach der Trennung von Horst Steffen unter Interimstrainer Daniel Thioune keinen Ausweg aus dem Negativlauf finden, warfen in der Schlussphase noch alles nach vorne. Der eingewechselte Joker Keke Topp konnte den dringend benötigten Ausgleich jedoch nicht mehr erzielen.

Brisante Tabellensituation für beide Clubs

Mit diesem wichtigen Heimsieg schob sich St. Pauli auf den Relegationsplatz 16 und hat den direkten Abstieg vorerst abgewendet. Für Werder Bremen hingegen wird die Situation mit jedem spiellosen Tag gefährlicher. Der Traditionsklub aus der Hansestadt wartet nun bereits seit 13 Bundesligaspielen auf einen Dreier und befindet sich in einer ernsthaften sportlichen Krise.

St. Paulis Trainer Alexander Blessin hatte vor dem Anpfiff bei DAZN die Bedeutung der Partie unterstrichen: „Es werden immer weniger Spiele, deswegen brauchen wir die Punkte.“ Diese Einstellung übertrug sich offensichtlich auf seine Mannschaft, die trotz technischer Mängel mit enormem Kampfgewillen und Leidenschaft den Sieg einfahren konnte.

Für Werder Bremen beginnt nun eine kritische Phase, während St. Pauli mit diesem Erfolg neuen Mut für die verbleibenden Saisonspiele schöpfen kann. Das Kellerduell im Millerntorstadion hat einmal mehr bewiesen, dass der Abstiegskampf in der Bundesliga seine ganz eigenen Gesetze hat und oft mehr von Wille und Leidenschaft als von technischer Perfektion bestimmt wird.

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