Vinko Sapina bei Dynamo Dresden: Offene Worte über innere Kämpfe und die Krise auf der Bank
Sapina spricht offen über Krise bei Dynamo Dresden

Profifußballer Vinko Sapina spricht offen über persönliche Krise bei Dynamo Dresden

Noch in der Aufstiegssaison war Vinko Sapina (30) ein absoluter Führungsspieler bei Dynamo Dresden, was ihm im Sommer 2024 den Wechsel zu Rot-Weiss Essen einbrachte. Doch mittlerweile hat sich die Situation für den defensiven Mittelfeldspieler dramatisch verändert. In diesem Jahr kam er lediglich auf eine einzige Spielminute und fehlte in den letzten drei Partien sogar komplett im Kader.

„Ich war noch nie in so einer Situation“

„Das ist eine echte Herausforderung“, gibt Sapina vor dem Auswärtsspiel am Sonntag in Hannover (13.30 Uhr) unumwunden zu. Der Profi spricht dabei ehrlicher denn je über seine Lage: „In meiner gesamten Karriere war ich noch nie in einer solchen Situation, nicht einmal annähernd. Allerdings war ich auch noch nie in der 2. Liga. Ich muss erst einmal einen Weg finden, damit umzugehen.“

Der Umgang mit dieser neuen Rolle fällt dem Fußballer sichtlich schwer. Er spricht offen von „inneren Kämpfen“ und verschweigt dabei nichts: „Ich brauche keinen Humbug zu erzählen. Es gibt durchaus Tage und Phasen, in denen es schwieriger ist, Motivation zu finden oder die schlechte Laune wegzubekommen.“

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Die Verantwortung gegenüber der Mannschaft

Trotz der persönlichen Krise ist sich Sapina seiner Verpflichtungen bewusst. „Ich muss fit bleiben, weil sich immer eine Chance auftun kann. Wenn man nicht regelmäßig spielt, ist das allerdings nicht ganz einfach“, erklärt der Mittelfeldspieler. Besonders betont er seine Verantwortung gegenüber den Mitspielern: „Ich will der Mannschaft trotzdem helfen, auch in dieser veränderten Rolle. Als Teil des Mannschaftsrates habe ich da eine besondere Verpflichtung. Allerdings ist es natürlich nicht einfach, wenn man auf dem Platz nicht so gebraucht wird wie früher.“

Wie schafft es der Profi, trotz seiner Misere ein guter Teamplayer zu bleiben? „Indem man versucht, keine negative Stimmung in die Mannschaft zu bringen. Sondern positiv bleibt und weiterhin Konkurrenz macht, um die Leistung aller zu fördern. Und indem man die Entscheidungen des Trainers akzeptiert“, so Sapina.

Kommunikation mit Trainer Thomas Stamm

Wie hat ihm Chefcoach Thomas Stamm die Entscheidungen mitgeteilt? „Der Trainer redet wirklich mit jedem einzelnen Spieler“, verrät Sapina. „Regelmäßig, immer wieder. Er erklärt seine Entscheidungen auch, was man ihm hoch anrechnen muss.“

Für den Abräumer persönlich wäre allerdings weniger Kommunikation ausreichend: „Da ist jeder Spieler anders. Für mich persönlich würde eine einfache Nachricht reichen, ob man im Kader ist oder nicht. Weil ich die Dinge dann sowieso für mich selbst einschätze.“

Die schwierigen Momente

Besonders hart traf Sapina die Situation vor dem Spiel auf Schalke, als er trotz der Sperre von Konkurrent Robert Wagner nicht für den Kader nominiert wurde. „Das war schon ein deutliches Statement, weil ja ein fast direkter Konkurrent ausgefallen ist und ich trotzdem nicht dabei war. Das musste ich erst einmal neu einordnen“, gesteht der Fußballer.

Solche Rückschläge steckt auch der abgebrühteste Profi nicht einfach weg. „Dafür gibt es keine Anleitung. Da muss man sich wirklich immer wieder zusammenreißen, weil es einen schon auch runterzieht. Das ist einfach Fakt“, beschreibt Sapina die psychologische Belastung.

Familie als Rückhalt

Einen wichtigen Trost findet der 30-Jährige in seiner Familie. Vor etwas mehr als einem Jahr wurden er und seine Frau Laura erstmals Eltern einer kleinen Tochter. „Wenn man nach Hause kommt und in dieses Gesicht schaut, dann sieht man, was wirklich zählt im Leben“, sagt Sapina mit spürbarer Wärme in der Stimme.

Trotz dieses familiären Rückhalts bleibt der Fußball Sapinas Beruf. Die derzeitige Situation muss er vorerst akzeptieren, doch im Sommer dürfte er sich genau überlegen, wie es weitergeht. Obwohl sein Vertrag bei Dynamo Dresden noch bis 2027 läuft, will ein Vollblut-Profi wie Vinko Sapina spielen – und nicht auf der Tribüne versauern.

Der defensive Mittelfeldspieler versucht trotz seiner bescheidenen Situation im Training weiterhin Vollgas zu geben und hofft auf eine neue Chance. Die Offenheit, mit der er über seine inneren Kämpfe spricht, zeigt jedoch, wie sehr ihn die Reservistenrolle belastet.

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