WM 2026: Ronaldo trifft und gedenkt Jota, Simon bricht Rekord
Ronaldo trifft, Simon bricht Rekord – WM-News

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko liefert weiterhin Dramatik und Rekorde. Portugals Superstar Cristiano Ronaldo sicherte seiner Mannschaft mit einem verwandelten Foulelfmeter den Einzug ins Achtelfinale und gedachte dabei des verstorbenen Teamkollegen Diogo Jota. Spaniens Torhüter Unai Simon stellte einen neuen WM-Rekord auf, während die DFB-Spitze Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem frühen Aus offenbar zum Rücktritt drängt.

Ronaldo führt Portugal zum Sieg und gedenkt Jota

Im Sechzehntelfinale gegen Kroatien in Toronto vor 43.036 Zuschauern drehte Portugal einen 0:1-Rückstand in einen 2:1-Sieg. Ivan Perisic hatte Kroatien in der 53. Minute in Führung gebracht. Cristiano Ronaldo glich in der 68. Minute per Foulelfmeter aus, ehe Gonçalo Ramos in der Nachspielzeit (90.+4) den Siegtreffer erzielte. Der vermeintliche Ausgleich Kroatiens in der 13. Minute der Nachspielzeit wurde wegen Abseits aberkannt.

Das Spiel fand am ersten Todestag von Diogo Jota statt, der am 3. Juli 2025 bei einem Autounfall ums Leben kam. Ronaldo, zum „Man of the Match“ gewählt, sagte: „Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab.“ Nach dem Abpfiff hielt Ronaldo im Kreise der Mannschaft Jotas Trikot in die Kamera. Für Portugals langjährigen Weggefährten Luka Modric endete die WM-Karriere. Beide spielten sechs Jahre gemeinsam bei Real Madrid.

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Spaniens Simon knackt WM-Rekord

Spaniens Torhüter Unai Simon hat im Sechzehntelfinale gegen Österreich einen WM-Rekord gebrochen. Beim 3:0-Sieg blieb der Schlussmann von Athletic Bilbao zum vierten Mal in Folge ohne Gegentor. Seine Serie ohne Gegentreffer bei WM-Endrunden beträgt nun 519 Minuten. Damit überflügelte er den Italiener Walter Zenga, der bei der Heim-WM 1990 zwischen dem Auftaktspiel und dem Halbfinale 517 Minuten lang ohne Gegentor geblieben war.

Simons Serie begann bei der WM 2022 in Katar, als er im letzten Gruppenspiel gegen Japan (1:2) in der 51. Minute von Ao Tanaka bezwungen wurde. Danach folgte das Aus im Achtelfinale gegen Marokko nach einem 0:0 im Elfmeterschießen. Bei der WM 2026 blieb Simon gegen Kap Verde (0:0), Saudi-Arabien (4:0), Uruguay (1:0) und Österreich (3:0) ohne Gegentor.

DFB-Spitze empfiehlt Nagelsmann Rücktritt

Nach dem frühen WM-Aus gegen Paraguay hat die DFB-Spitze Bundestrainer Julian Nagelsmann laut Medienberichten den Rücktritt nahegelegt. In einer dreistündigen Sitzung auf dem DFB-Campus in Frankfurt sollen Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler, Liga-Boss Hans-Joachim Watzke und Geschäftsführer Andreas Rettig dem 38-Jährigen diesen Schritt empfohlen haben. Nagelsmann soll sich Bedenkzeit erbeten haben.

Die „Bild“ berichtete, dass die Ablösung Nagelsmanns ausgemachte Sache sei. Der DFB äußerte sich bislang nicht offiziell. Nagelsmann hat einen Vertrag bis zur EM 2028 und hatte nach der Niederlage einen Rücktritt ausgeschlossen. Als möglicher Nachfolger gilt Jürgen Klopp, derzeit Head of Global Soccer bei Red Bull.

Belgien dreht 0:2 gegen Senegal – Lukaku denkt an Vater

Belgien feierte ein dramatisches Comeback im Sechzehntelfinale gegen Senegal. Nach einem 0:2-Rückstand gewann die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia mit 3:2 nach Verlängerung. Habib Diarra (24.) und Ismaila Sarr (51.) brachten Senegal in Führung. Romelu Lukaku (86.) und Youri Tielemans (89.) glichen aus, ehe Tielemans in der Nachspielzeit der Verlängerung (120.+5) per Foulelfmeter den Sieg sicherte.

Lukaku gedachte nach dem Spiel seines verstorbenen Vaters Roger, der im September 2025 im Alter von 58 Jahren gestorben war. „Ich glaube, mein Vater wacht über mich. Ganz sicher“, sagte der Angreifer. Nach dem Spiel geriet Trainer Garcia unter Rassismusvorwürfe, weil er gesagt hatte: „Wir kennen solche Mannschaften: Gegen Ende des Spiels verlieren sie ihre taktische Struktur.“ Garcia verteidigte sich auf X: „Meine Kommentare richteten sich keinesfalls an afrikanische Mannschaften.“

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Österreichs Bundespräsident bittet Eltern um Ausnahme

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen richtete vor dem Sechzehntelfinale gegen Spanien eine ungewöhnliche Bitte an die Eltern. In einem bei Facebook geteilten Video sagte der 82-Jährige: „Liebe Eltern, lassen Sie sie heute, also am Donnerstag, ein wenig länger aufbleiben.“ Die Partie begann um 21 Uhr Ortszeit in Österreich. Van der Bellen erklärte: „Solche Erinnerungen nimmt man doch sein Leben lang mit.“ Spanien gewann das Spiel souverän mit 3:0.

Kimmich hadert mit WM-Aus – Tah würde wieder schießen

DFB-Kapitän Joshua Kimmich zeigte sich auch Tage nach dem WM-Aus tief enttäuscht. Auf Instagram schrieb er: „Mal wieder. Und das macht mich fertig.“ Er sei stolz, Kapitän zu sein, aber die Enttäuschung sei groß. Einen Rücktritt schloss er aus: „Aufgeben ist für mich niemals eine Option.“

Jonathan Tah, der im Elfmeterschießen gegen Paraguay verschossen hatte, schrieb auf Instagram: „Ich würde ihn nächstes Mal wieder schießen! Mit voller Überzeugung und Zuversicht.“ Der Fehlschuss gehe ihm tausendfach durch den Kopf.

USA und Norwegen feiern Achtelfinal-Einzug

Die USA zogen trotz einer Roten Karte für Folarin Balogun mit 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina ins Achtelfinale ein. Tore erzielten Balogun (45.) und Malik Tillman (82.). Norwegen feierte nach dem Einzug ins Achtelfinale eine regelrechte Euphorie. Die Boulevardzeitung „Dagbladet“ schrieb: „Das ist die beste Werbung für Norwegen aller Zeiten.“