Cristiano Ronaldo jagt weiter seinem Traum vom ersten WM-Triumph nach. Der 41 Jahre alte Superstar gewann mit Portugal das Sechzehntelfinale gegen Kroatien mit 2:1 (0:0) und beendete damit zugleich die WM-Karriere seines früheren Weggefährten Luka Modric. Vor 43.036 Zuschauern in Toronto trafen Ronaldo (68. Minute) per Foulelfmeter und Gonçalo Ramos (90.+4) für die Portugiesen und sorgten zum ersten Todestag von Diogo Jota für einen emotionalen Sieg. Der Offensivspieler war am 3. Juli 2025 im Alter von nur 29 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ivan Perisic (53.) hatte Kroatien in Führung gebracht. Kroatien gelang in der 13. Minute der Nachspielzeit der vermeintliche Ausgleich, doch der Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt.
Modrics WM-Karriere endet
Während es für Ronaldo mit der Seleção im Achtelfinale gegen Europameister Spanien weitergeht, muss sein langjähriger Weggefährte Modric die Heimreise antreten. Beide spielten sechs Jahre lang gemeinsam bei Real Madrid. Ob das 202. auch das letzte Länderspiel für den 40 Jahre alten Modric war, bleibt abzuwarten. Mit Sicherheit dürfte es bei der fünften Teilnahme aber sein finaler WM-Auftritt gewesen sein. Schließlich ist der Vize-Weltmeister von 2018 und WM-Dritte von 2022 bei der nächsten Endrunde in vier Jahren 44 – selbst für einen Ausnahmespieler wie ihn ein zu hohes Alter. Schon bei diesem Turnier agierte Modric nicht mehr konstant auf höchstem Niveau, wie man es von ihm in der Vergangenheit kannte. Nur beim 2:1-Sieg gegen Ghana im letzten Vorrundenspiel zeigte der Weltfußballer von 2018 noch einmal seine Klasse.
Portugal mit besserem Start
Schon vor dem Anpfiff wehte ein Hauch von Nostalgie durch das Stadion, als sich Ronaldo und Modric herzlich umarmten und für ein gemeinsames Foto posierten. Mit Beginn der Partie ging es dann nicht mehr freundschaftlich zu – dafür stand für beide Teams zu viel auf dem Spiel. Den besseren Start erwischten die Portugiesen, für die Bruno Fernandes die frühe Führung auf dem Fuß hatte. Nach Vorarbeit von Rafael Leao scheiterte er mit seinem Direktschuss jedoch am stark reagierenden Dominik Livakovic im Tor der Kroaten. Auch bei einem Kopfball von Renato Veida nach gut einer Viertelstunde fehlte nicht viel. Auch in der Folge war Portugal das aktivere Team. Weitere Großchancen bis zur Pause blieben jedoch aus. Bei Kroatien ging offensiv gar nichts. Zumindest stand die Defensive stabil und damit zur Halbzeit auch hinten die Null.
Perisic schockt Portugal
Nach dem Wechsel spielte Kroatien mutiger nach vorn – und belohnte sich mit dem Führungstreffer. Eine flache Hereingabe von Bayern-Profi Josip Stanisic rauschte quer durch den Strafraum bis zu Perisic, der mit einem Flachschuss traf. Glück dann für Kroatien, als Leao (58.) nur die Latte traf. Nach einer Stunde hatte dann Ronaldo seinen ersten großen Auftritt. Einen weiten Ball stoppte der Altstar gefühlvoll und lupfte ihn perfekt ins Tor. Doch der Jubel kam zu früh, weil er bei der Aktion hauchzart im Abseits stand. Wenig später verwandelte er einen schmeichelhaften Elfmeter nach Eingriff des VAR souverän. Nach gut 80 Minuten war dann Schluss für Ronaldo, der das dramatische Ende von der Bank aus verfolgte.



