Rita Fründt: Eine lebenslange Leidenschaft für Sport und Bewegung
Die heute 72-jährige Rita Fründt aus Stralsund blickt auf ein bewegtes Leben zurück, das maßgeblich von sportlichen Höhepunkten geprägt wurde. Ihr Engagement bei den X. Weltfestspielen 1973 in Berlin markierte einen besonderen Moment, der bis heute nachwirkt.
Der Weg zu den Weltfestspielen
Geboren und aufgewachsen in Grevesmühlen, entdeckte Rita Fründt früh ihre sportliche Ader. Sie trainierte Leichtathletik in der Betriebssportgemeinschaft Einheit Grevesmühlen, spezialisierte sich auf Sprint und Weitsprung und schaffte es bis in die Spitzengruppe bei der Bezirksspartakiade. „Für die Kinder- und Jugendsportschule reichte es allerdings nicht, dafür war ich zu klein“, erinnert sie sich mit einem Lächeln.
Während ihres Pädagogikstudiums an der Universität Rostock mit den Fächern Sport und Geschichte wurde sie gefragt, ob sie bei der Sportschau während der Weltfestspiele 1973 mitmachen wolle. „Natürlich wollte ich mit dabei sein“, sagt Rita Fründt entschlossen.
Intensive Vorbereitungen und der große Auftritt
Die Vorbereitungen für die Weltfestspiele begannen bereits ein Jahr zuvor. Die jungen Frauen und Männer der Sektion Sport an der Uni Rostock trainierten Übungen, die mit Sportstudenten anderer Universitäten harmonieren sollten. „Wir mussten beispielsweise alle Spagat können“, berichtet Fründt.
Die unmittelbare Vorbereitung fand mit Hunderten weiteren Sportstudenten aus anderen Städten der DDR in Leipzig statt. Auf einer großen Festwiese am Zentralstadion waren farbige Plaketten als Orientierungspunkte installiert, genau wie sie später im „Stadion der Weltjugend“ bei den Weltfestspielen liegen würden.
Während der Weltfestspiele schlugen Rita Fründt und ihre Mitstudenten Quartier in einer Schule auf. „Geschlafen haben wir auf Luftmatratzen, aber das hat uns nichts ausgemacht“, erzählt sie. Viel schlimmer war die Hitze am Tag der Sportschau, zumal die Gruppen stundenlang vor dem Stadion auf ihren Auftritt warten mussten.
Dann der magische Moment: „Wenn dann die Musik erklingt, fällt alles von einem ab“, beschreibt Fründt die Aufregung vor dem Auftritt. Die Mädchen hatten ein besonderes Accessoire dabei: ein Tamburin, aus dem sich ein weißes Seidentuch entfaltete. Dieses Element sorgte für Staunen auf den voll besetzten Tribünen.
Nach weniger als sieben Minuten war der Auftritt für Rita Fründt und ihre Mitstreiter schon wieder vorbei. Dann rückte der nächste Block von Sportlern und Sportlerinnen ins Stadion ein.
Ein Leben für den Sport
Das Turn- und Sportfest 1969 in Leipzig, die Weltfestspiele 1973 sowie das letzte große Turn- und Sportfest der DDR 1987, bei dem die Fründts zu viert im Familienverbund an der Sportschau teilnahmen, gehören für Rita Fründt zu den Höhepunkten ihres Lebens.
Nach dem Studium zogen Rita und ihr Mann Hartmut 1975 nach Eggesin. Bis zur Wende unterrichtete sie an Schulen in Ueckermünde und Eggesin, danach in Torgelow. Parallel qualifizierte sie sich im Fernstudium zur Englischlehrerin.
All die Jahre arbeitete Rita Fründt zudem ehrenamtlich als Trainerin. Sie war Gründungsmitglied der Sportvereinigung Eggesin 90, in der sie jahrelang die Sektion Leichtathletik leitete. Auch wenn Rita und Hartmut Fründt seit kurzem in Stralsund wohnen, fährt sie jede Woche mit dem Zug nach Eggesin, um ihre Seniorensportgruppe zu trainieren.
Sport hält jung
Für Rita Fründt ist Sport mehr als nur Bewegung – es ist eine Lebenseinstellung. Ihre 72 Jahre sind ihr wahrlich nicht anzusehen, und sie ist das lebendige Beispiel dafür, dass regelmäßige körperliche Aktivität jung hält. Bis heute verbindet sie eine tiefe Leidenschaft mit dem Sport, die sie von den Weltfestspielen 1973 bis zu ihrer aktuellen Tätigkeit als Seniorensport-Trainerin begleitet.
Die Erinnerungen an die Weltfestspiele bleiben lebendig, nicht nur bei Rita Fründt. Ende 2025 ist zum Thema das Nordkurier-Spezial „X. Weltfestspiele. Tage der Freiheit im Sommer 1973“ erschienen. Zeitzeugen wie Rita Fründt tragen dazu bei, diese besonderen Momente der Sportgeschichte für nachfolgende Generationen zu bewahren.



