Poschs unerwartete Erfolgsgeschichte in Mainz
Wer Stefan Posch derzeit bei Mainz 05 beobachtet, erkennt schnell: Der österreichische Innenverteidiger wirkt manchmal selbst überrascht von seiner eigenen Entwicklung. Mit einem Lächeln und einem Kopfschütteln scheint er sich gelegentlich zu fragen, ob das alles wirklich Realität ist. Doch es ist kein Traum, sondern die beeindruckende Wahrheit einer außergewöhnlichen Karrierephase.
Vom italienischen Bankdrücker zum Mainzer Stammspieler
Im Winter wechselte der 28-jährige Posch als Leihgabe vom italienischen Verein Como zu Mainz 05. In der Serie A hatte er in der Vorrunde nur drei Startelf-Einsätze absolviert und sehnte sich nach mehr Spielpraxis. Seine Ziele waren klar: Er wollte sich für den WM-Kader von Nationaltrainer Ralf Rangnick empfehlen und gleichzeitig Mainz 05 im Abstiegskampf unterstützen.
Nur zweieinhalb Monate später kann der Verteidiger eine überwältigende Bilanz ziehen. All seine Hoffnungen haben sich erfüllt. Er ist als Abwehrchef ein unumstrittener Stammspieler geworden, das WM-Ticket steht so gut wie sicher, und mit Mainz belegt er als Tabellen-Neunter einen komfortablen Mittelfeldplatz. Sechs Spieltage vor Saisonschluss ist der Klassenerhalt praktisch schon gesichert.
Historischer Conference-League-Erfolg
Besonders stolz ist Posch auf den Einzug ins Viertelfinale der Conference League, wo Racing Straßburg der Gegner ist. „Das ist historisch, so etwas spielst du nicht jedes Jahr“, erklärt der Österreicher vor dem Hinspiel. „Wenn’s da bei einem Spieler nicht knistert, dann weiß ich nicht, wann es sonst knistern sollte. Wir wollen alles dafür tun, damit wir auch noch den nächsten Schritt machen können.“
Im Achtelfinale gegen Sigma Olmütz feierte Posch sogar sein erstes Tor für Mainz – ein weiterer Höhepunkt in seiner bereits jetzt bemerkenswerten Zeit am Rhein.
Überrascht von der Mainzer Atmosphäre
Nach dreieinhalb Jahren in Italien, wo er für Bologna, Bergamo und Como spielte, ist Posch besonders von der Stimmung in Mainz begeistert. „Ich muss ehrlich sein, das habe ich so nicht erwartet! Ich bin sehr positiv überrascht“, gesteht der Verteidiger. „Schon als ich hier ankam, war die Stimmung sehr positiv, im Stadion, aber auch außerhalb. Und ich glaube, das gibt uns viel Kraft und Rückhalt. Die Mannschaft spürt, dass einfach alle hinter ihr stehen. Und ich glaube, bis jetzt haben wir da auch gut zurückgezahlt.“
Diese positive Resonanz von Fans und Verein hat offensichtlich maßgeblich zu Poschs schneller Integration und seinem herausragenden Leistungsniveau beigetragen. Was als einfacher Leihwechsel begann, hat sich zu einem echten Fußball-Märchen entwickelt, das sowohl für den Spieler als auch für den Verein Mainz 05 einen unerwarteten Erfolg darstellt.



