Nordderby als Hochrisiko-Spiel: Werder Bremen drohen massive Kosten
Das bevorstehende Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV am Samstag um 15:30 Uhr, das live bei Sky übertragen wird, stellt die Behörden vor besondere Herausforderungen. Die Polizei Bremen hat die Partie erwartungsgemäß als sogenanntes Rot-Spiel eingestuft, was eine Hochrisiko-Begegnung bedeutet. Diese Klassifizierung hat direkte finanzielle Konsequenzen für den Bremer Fußballverein.
Erste Polizeirechnung seit drei Jahren
Erstmals nach einer dreijährigen Pause erhält die Deutsche Fußball Liga (DFL) wieder eine Rechnung für den zusätzlichen Polizeieinsatz bei einem Derby. Diese Kosten werden letztlich an Werder Bremen weitergegeben. In einer offiziellen Mitteilung der Polizei Bremen heißt es deutlich: „Das Nordderby wird aufgrund von Erfahrungen aus vergangenen Begegnungen als Spiel mit erhöhtem Risiko eingestuft.“
Die Höhe der zu erwartenden Polizeikosten steht noch nicht fest, doch historische Daten geben Anhaltspunkte. Bei vergangenen Risikospielen musste Werder Bremen bereits Beträge zwischen 220.000 und 412.000 Euro für den Polizeieinsatz aufbringen. Bremen bleibt dabei der einzige Profi-Fußballstandort in Deutschland, der diese Praxis der Kostenübernahme durch den Verein konsequent beibehält.
Zusätzliche Gefahr durch Pyrotechnik
Neben den Polizeikosten drohen Werder Bremen weitere finanzielle Belastungen durch mögliche DFB-Strafen für den Einsatz von Pyrotechnik durch Fans. Die Erinnerung an das Hinspiel ist dabei besonders schmerzhaft: Nach fünf Böllern, einem Heuler, 237 bengalischen Feuern sowie 16 Raketen verhängte der DFB eine Rekordstrafe in Höhe von 260.000 Euro gegen den Verein.
Die neue Bremer Innensenatorin Eva Högl (57, SPD) setzt die Politik ihres Vorgängers Ulrich Mäurer (74, SPD) fort und hält an der Praxis fest, die Polizeikosten dem Verein in Rechnung zu stellen. Für ein sicheres Derby werden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Großaufgebot an Einsatzkräften
Die Polizei Bremen erhält für das Nordderby Unterstützung aus mehreren Bundesländern. Nach aktuellem Stand werden Einsatzkräfte aus Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Thüringen, Niedersachsen sowie von der Bundespolizei an die Weser beordert. Dieses Großaufgebot unterstreicht die Risikobewertung der Behörden und verdeutlicht, warum die Kosten für Werder Bremen so erheblich ausfallen können.
Das Nordderby entwickelt sich damit nicht nur sportlich zu einer hochbrisanten Angelegenheit, sondern auch finanziell zu einer erheblichen Belastung für den Bremer Fußballverein. Die Kombination aus Polizeikosten und möglichen DFB-Strafen für Pyrotechnik könnte am Ende einen beträchtlichen sechsstelligen Betrag ausmachen.



