Niederlande unterliegen Algerien in letztem WM-Test
Die niederländische Nationalmannschaft hat ihre Generalprobe für die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko verloren. Im Rotterdamer De Kuip unterlag das Team von Bondscoach Ronald Koeman dem ebenfalls für das Turnier qualifizierten Algerien mit 0:1 (0:0). Den entscheidenden Treffer erzielte ausgerechnet Anis Hadj Moussa in der 86. Minute mit einem sehenswerten Schuss. Der Offensivspieler steht bei Feyenoord Rotterdam unter Vertrag und feierte damit sein erstes Länderspieltor.
Die Niederlande waren über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, scheiterten jedoch immer wieder am glänzend aufgelegten algerischen Torwart Luca Zidane, dem Sohn von Fußballlegende Zinédine Zidane. Nach dem Schlusspfiff gab es Pfiffe und Buhrufe von den heimischen Fans. Die Zeitung „De Telegraaf“ kommentierte: „Die niederländische Nationalmannschaft besteigt mit hochroten Köpfen, aber glücklicherweise unverletzt, das Flugzeug nach Amerika.“
Koeman kritisiert mangelnde Aggressivität
Bondscoach Ronald Koeman zeigte sich nach der Partie enttäuscht: „Ich hasse es absolut zu verlieren. Ein Spiel wie dieses muss man gewinnen, wenn man vier oder fünf große Chancen bekommt. Wenn man diese nutzt, wird das Spiel viel einfacher. Selbst dann hätte es kein Problem sein dürfen, aber in der zweiten Halbzeit haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Uns fehlte die Aggressivität, und es war zu weich“, sagte er gegenüber der NOS.
Am Montag (20.45 Uhr/DAZN und im ntv.de-Liveticker) will sich Oranje in New York gegen Usbekistan das nötige Selbstvertrauen für das Turnier holen. Die Niederlande hatten sich bei den letzten großen Turnieren stetig gesteigert und bei der EM 2024 in Deutschland das Halbfinale erreicht. In ihrer WM-Gruppe F treffen sie zum Auftakt am 14. Juni auf Japan.
Algerien startet gegen Titelverteidiger
Algerien, das sich ebenfalls für die WM qualifiziert hat, beginnt das Turnier in Gruppe J am 17. Juni gegen Titelverteidiger Argentinien. Der Sieg in Rotterdam dürfte dem Team von Trainer Djamel Belmadi zusätzliches Selbstvertrauen geben.
DR Kongo: Testspiel abgesagt wegen Ebola
Die Demokratische Republik Kongo hat sich unterdessen in ihrem ersten WM-Härtetest torlos vom nicht qualifizierten Dänemark getrennt. Die in der Vorbereitung durch den Ebola-Ausbruch in ihrer Heimat geplagten Kongolesen waren im belgischen Lüttich das durchaus gefährlichere Team. Angreifer Cedric Bakambu vergab in der ersten Halbzeit die beste Chance der Partie, als er frei auf das dänische Tor zulief.
Die DR Kongo, deren Spieler allesamt fernab der Heimat leben und spielen, bereitet sich in Belgien auf ihre zweite WM-Teilnahme nach 1974 vor. Ein weiterer Test war für den 9. Juni in der spanischen Stadt La Línea de la Concepción gegen Chile geplant. Doch Bürgermeister Juan Franco sagte die Partie aufgrund von Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land ab.
Einreisebeschränkungen wegen Ebola
Die DR Kongo hatte wegen des Ebola-Ausbruchs im Osten des Landes bereits ein geplantes dreitägiges Trainingslager sowie eine Abschiedsveranstaltung mit Fans in der Hauptstadt Kinshasa abgesagt. Ende Mai verhängten die drei WM-Gastgeber USA, Kanada und Mexiko angesichts des Ausbruchs Einreisebeschränkungen für Menschen mit vorherigen Aufenthalten im Kongo, in Uganda oder dem Nachbarland Südsudan. Bislang plant das Team, sein Quartier ab dem 11. Juni in Houston aufzuschlagen.



