Deniz Undav hat Deutschland mit zwei Toren als Einwechselspieler in die K.o.-Phase der Weltmeisterschaft geschossen. Der Stürmer des VfB Stuttgart erzielte beim 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste in Toronto den Ausgleich und den Siegtreffer. Damit avancierte er zum Matchwinner und Publikumsliebling.
Undavs Doppelpack sichert den Einzug ins Achtelfinale
Der 29-Jährige wurde in der 62. Minute eingewechselt, als Deutschland 0:1 zurücklag. Nur acht Minuten später traf er per Kopf zum 1:1. In der 84. Minute vollendete er einen Konter zum 2:1-Endstand. Es war sein drittes und viertes Turniertor, obwohl er bisher nur als Joker zum Einsatz kam.
Bundestrainer Julian Nagelsmann steht nun vor der Frage, ob Undav im Achtelfinale von Beginn an spielen soll. Bislang setzte Nagelsmann auf eine Offensive mit Kai Havertz und Jamal Musiala. Undavs Effektivität als Einwechselspieler ist jedoch bemerkenswert: Er erzielte alle seine vier Tore nach Einwechslungen, was einem Schnitt von einem Tor alle 27 Minuten entspricht.
Nagelsmann unter Druck: Startelf-Debatte um Undav
„Ich habe gezeigt, dass ich der Mannschaft helfen kann, egal ob von Anfang an oder von der Bank“, sagte Undav nach dem Spiel. „Der Trainer entscheidet, ich bin bereit.“ Nagelsmann lobte Undavs „unglaublichen Instinkt“ und seine „Ruhe vor dem Tor“. Der Bundestrainer betonte jedoch, dass die taktische Ausrichtung gegen den nächsten Gegner entscheidend sei.
Deutschland trifft im Achtelfinale auf den Sieger der Gruppe H, entweder Südkorea oder Uruguay. Experten sehen Undavs Stärken im Abschluss und seiner Physis, die gegen tief stehende Abwehrreihen gefragt sind. Die Diskussion um seine Nominierung in die Startelf dürfte die kommenden Tage dominieren.
Undavs Rolle im Team: Publikumsliebling und Effizienzgarant
Die Fans feierten Undav mit Sprechchören. Sein Spitzname „Bumm“ für seinen kraftvollen Abschluss ist in den sozialen Medien viral gegangen. „Er macht einfach Bumm, und der Ball ist drin“, schwärmte ein Fan auf X. Die Bild-Zeitung titelte: „Undav – der Bumm-Macher“. Seine Quote von vier Toren in 97 Minuten Turnierspielzeit ist die beste aller deutschen Spieler.
Der gebürtige Hamburger mit türkischen Wurzeln ist ein Spätstarter: Erst mit 26 Jahren debütierte er in der Bundesliga, 2024 folgte das DFB-Debüt. Seine Karriere nahm über den englischen Zweitligisten Brighton & Hove Albion Fahrt auf, bevor er zum VfB Stuttgart wechselte. Nun ist er der Hoffnungsträger für die deutsche Offensive.



