Neuer Trainer für St. Pauli: Marcel Rapp offenbar im Anflug
Marcel Rapp offenbar neuer Trainer von St. Pauli

Der FC St. Pauli und sein Trainer Alexander Blessin (53) werden in Zukunft getrennte Wege gehen. Diese Entscheidung fiel knapp drei Wochen nach dem Abstieg der Hamburger in die 2. Bundesliga. Die Verantwortlichen des Vereins blieben in dieser Zeit jedoch nicht untätig und hielten bereits Ausschau nach einem geeigneten Nachfolger, der für einen kraftvollen Neustart und frischen Wind sorgen soll. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts ist dies Marcel Rapp (47). Auf Nachfrage der BILD wollte sich Rapp zu den Spekulationen nicht äußern.

Rapps bisherige Karriere

Marcel Rapp trainierte zuletzt viereinhalb Jahre lang Holstein Kiel. Mit den Kielern gelang ihm 2024 der historisch erste Aufstieg in die Bundesliga, dem jedoch ein Jahr später der direkte Wiederabstieg folgte. In der vergangenen Saison ereilte den Klub das Schicksal vieler Bundesliga-Absteiger: In der hart umkämpften 2. Liga lag Kiel Ende Februar nur auf Rang 14, woraufhin sich der Verein von Rapp trennte und Tim Walter (50) als Nachfolger verpflichtete.

Stationen vor Kiel

Holstein Kiel war Rapps erste Station im Profifußball. Zuvor hatte der gebürtige Pforzheimer im Nachwuchsbereich der TSG Hoffenheim sein Talent bei der Entwicklung junger Spieler unter Beweis gestellt. Bei der TSG übernahm Rapp 2017 die U19-Mannschaft, die ein Jahr zuvor noch von Domenico Tedesco (40, jetzt Bologna) und davor drei Jahre lang vom heutigen Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) trainiert worden war. Unter Rapps Führung spielte das Junioren-Team in der Saison 2018/19 in der Youth League der Champions League, wo es unter anderem Siege gegen Real Madrid, Olympique Lyon und Manchester City feierte. Auch bei den Profis der TSG half Rapp aus: Nach der Entlassung von Alfred Schreuder (53, heute Co-Trainer von Nagelsmann) in der Endphase der Saison 2019/20 übernahm er als Interimstrainer und führte den Klub mit neun Punkten aus vier Spielen noch in die Europa League.

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Rapps Trainerphilosophie

In Kiel stand Rapp in 160 Spielen an der Seitenlinie. Er gilt als eher ruhiger Typ, der jedoch auch impulsive Momente haben kann. Taktisch ließ er die Mannschaft in unterschiedlichsten Formationen agieren, meist im 3-4-2-1, aber auch im 4-3-3 oder 5-4-1, stets flexibel an den Gegner angepasst. Seine Spielphilosophie basiert auf kontrolliertem Ballbesitz und spielerischen Lösungen, doch Rapp, der 21 U-Länderspiele für Deutschland absolvierte, hält nicht starr daran fest. Für den Erfolg spielte Kiel auch extrem defensiv und erkämpfte sich beispielsweise 1:0-Siege gegen den Hamburger SV.

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