Premier League Darts: Luke Littler erlebt unschönen Empfang in Rotterdam
Der englische Darts-Weltmeister Luke Littler hat beim Premier-League-Spieltag in Rotterdam einen äußerst unangenehmen Empfang erlebt. Das niederländische Publikum in der voll besetzten Ahoy Arena zeigte seine deutliche Abneigung gegenüber dem 19-jährigen Ausnahmespieler mit einem anhaltenden Pfeifkonzert und lautstarken Buhrufen.
Lautstarke Pfiffe beim Walk-on und während des Spiels
Bereits bei seinem Einlauf zum Duell gegen Gerwyn Price, das er schließlich mit 6:3 für sich entscheiden konnte, wurde Littler von den niederländischen Zuschauern ausgepfiffen. Doch die Ablehnung beschränkte sich nicht nur auf den Einmarsch. Während der gesamten Partie feierten die Anwesenden jeden Dartwurf des Engländers, der nicht in einem Triple-Feld landete, mit spöttischem Jubel und weiteren Pfiffen.
Der junge Weltmeister zeigte sich dabei unbeeindruckt von der feindseligen Atmosphäre. Er verzog keine Miene, klatschte wie gewohnt zum Publikum, als er die Bühne betrat, und konzentrierte sich vollständig auf sein Spiel. Die Provokationen schienen ihn nicht aus der Ruhe zu bringen, sondern motivierten ihn offenbar zusätzlich.
Experten kommentieren die ungewöhnliche Situation
SPORT1-Kommentator Basti Schwele äußerte sich während der Übertragung zu dem ungewöhnlichen Verhalten des Publikums: „Das ist keine Überraschung, er wurde mit Sicherheit vorher gewarnt. Er geht durch eine harte Schule.“ Der erfahrene Kommentator deutete damit an, dass Littler auf solche Reaktionen vorbereitet sein könnte.
SPORT1-Experte Robert Marijanovic fügte hinzu: „Das ist schon heftig. Er wird am Board antworten. Das ist schon krass, aber manchmal ist es eben so. Für die Zuschauer ist es ein Spaß, für Littler aber nicht.“ Marijanovic betonte damit die unterschiedliche Wahrnehmung der Situation zwischen den amüsierenden Zuschauern und dem professionellen Sportler, der unter Druck steht.
Hintergrund: Der Streit mit Gian van Veen
Der Grund für die feindselige Stimmung gegenüber Luke Littler liegt in einem Zwischenfall mit dem niederländischen Darts-Spieler Gian van Veen. Vor zwei Wochen kam es bei Littlers Heimspiel in Manchester zu einer öffentlichen Auseinandersetzung auf der Bühne. Der 19-Jährige forderte damals die Zuschauer auf, noch lauter zu werden, wenn sein Kontrahent van Veen am Wurf war.
Diese Geste provozierte van Veen derart, dass er sowohl in sozialen Medien als auch in nachfolgenden Interviews seine Verärgerung deutlich zum Ausdruck brachte. Die niederländischen Fans in Rotterdam solidarisierten sich am Donnerstagabend vollständig mit ihrem Landsmann und quittierten Littlers Verhalten der vergangenen Wochen mit dem anhaltenden Pfeifkonzert.
Littler setzt sich trotz Gegenwind durch
Trotz des heftigen Widerstands aus den Zuschauerreihen gelang es Luke Littler, sich mit einem 6:3-Erfolg gegen Gerwyn Price durchzusetzen. Mit diesem Sieg qualifizierte er sich für die nächste Runde und könnte im Halbfinale erneut auf Gian van Veen treffen, sofern sich der Niederländer in seinem eigenen Match gegen Luke Humphries behaupten kann.
Die Situation in Rotterdam zeigt einmal mehr, wie emotional und leidenschaftlich die Atmosphäre bei Premier-League-Darts-Spielen sein kann. Während für die Zuschauer solche Auseinandersetzungen Teil der Unterhaltung sind, müssen die Spieler lernen, mit diesem zusätzlichen Druck umzugehen. Luke Littler bewies in Rotterdam, dass er trotz seiner Jugend bereits über die mentale Stärke verfügt, sich von solchen Störungen nicht beeinflussen zu lassen.



