RB Leipzigs Trainer Werner übt scharfe Kritik an Schiedsrichterleistung
Nach der bitteren 0:2-Niederlage gegen den FC Bayern München im Viertelfinale des DFB-Pokals hat RB Leipzigs Trainer Ole Werner deutliche Worte für Schiedsrichter Daniel Siebert gefunden. Die Leistung des Unparteiischen bewertete der 37-jährige Trainer bei Sky als „nicht auf Viertelfinal-Niveau“ und äußerte sich insbesondere über eine umstrittene Szene in der ersten Halbzeit.
Umstrittene Szene in der 28. Minute
Im Mittelpunkt der Kritik steht eine Situation in der 28. Spielminute beim Stand von 0:0. Bayern-Verteidiger Josip Stanisic brachte RB-Leipzigs Antonio Nusa unmittelbar an der Strafraumgrenze zu Fall. Die Leipziger forderten lautstark einen Elfmeter, erhielten jedoch trotz VAR-Prüfung nicht einmal einen Freistoß zugesprochen.
„Als allererstes ist für mich Wahnsinn, dass er gar keinen Tatort gesehen hat“, ärgerte sich Werner nach dem Spiel. „Die sind zu viert, die sind alle verkabelt. Ich hatte dasselbe Sichtfeld wie der Vierte Offizielle. Es ist ein klares Foul.“
Der Trainer zeigte sich unverständlich über die Entscheidung: „Wie man das zu viert nicht sehen kann, noch nicht einmal als Foul sehen kann, das ist dann auch nicht Viertelfinal-Niveau, tut mir leid.“
Unterstützung von Experten und Mitspielern
Auch Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe teilte in seiner Analyse die Ansicht, dass Leipzig um einen berechtigten Elfmeter gebracht worden sei. Werner betonte zudem: „Wenn es kein Elfmeter sein sollte, ist es zumindest mal ein Freistoß, der bei unseren Schützen zumindest eine 50-prozentige Torchance ist.“ Er fügte hinzu: „Der Kontakt ist eher im Strafraum als außerhalb.“
RB-Leipzig-Spieler David Raum äußerte ebenfalls sein Unverständnis: „Ich bin in der Situation zum Schiedsrichter hin und er sagt zu mir, ihm wurde durchgesagt: ‚Es ist kein Foul und außerhalb.‘ Außerhalb gebe ich ihnen vielleicht, aber wenn das kein Foul ist … also sorry …“ Raum forderte: „Selbst wenn er keinen Elfmeter gibt, muss er ja das Foul sehen und Freistoß geben.“
Weitere Vorwürfe nach Spielende
Nach Abpfiff des Spiels kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Werner warf Schiedsrichter Siebert vor, ihm den Handschlag verweigert zu haben: „Ich bin zum Schiedsrichter hin, der hat mein Angebot des Handschlags komplett ignoriert“, berichtete der Trainer. „Ich weiß nicht, was ich ihm getan habe. Vielleicht hat er es auch nicht mitbekommen, weil er mit anderen Leuten im Gespräch war. Keine Ahnung. Er hat es vorgezogen, mir heute nicht die Hand zu geben.“
Trotz der scharfen Kritik an der Schiedsrichterleistung wollte Werner diese nicht als Hauptgrund für die Niederlage gelten lassen. Dennoch resümierte er enttäuscht: „Insgesamt war es keine gute Leistung des Schiedsrichters.“ Raum hingegen betonte, er habe sich während des Spiels „ausnahmsweise mal recht gut mit dem Schiedsrichter verstanden“ und wolle „kein schlechtes Wort über ihn verlieren“.
Die Niederlage bedeutet für RB Leipzig das Aus im DFB-Pokal, während der FC Bayern München in das Halbfinale des Wettbewerbs einzog. Die Diskussionen um die umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen werden jedoch noch länger nachhallen.



