Kongos WM-Überraschung gegen Ronaldo: Freude trotz Ebola und Krieg
Kongos WM-Überraschung gegen Ronaldo: Freude trotz Krise

WM-Überraschung in der Demokratischen Republik Kongo

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat in der Demokratischen Republik Kongo für einen Freudentaumel gesorgt. Das überraschende 1:1-Unentschieden gegen den Turnier-Mitfavoriten Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo ließ die Menschen für einen Moment die großen Sorgen des Landes vergessen. Selbst die tägliche Veröffentlichung der Ebola-Zahlen durch das Informationsministerium fiel am Abend des Spiels aus.

Ministerium feiert die „Leoparden“

„Unsere Leoparden schlagen ein neues Kapitel in der Geschichte des kongolesischen Fußballs auf und tragen die Träume von mehr als 100 Millionen Kongolesen mit sich“, teilte das Ministerium voller Stolz mit. Regierungssprecher Patrick Muyaya erschien in einem Video auf der Plattform X in einem Hemd mit Leopardenmuster und bezeichnete den Tag des Spiels gegen Portugal als „D-Day“ und Tag der „Wiederauferstehung“ des Landes.

Ebola-Ausbruch beeinflusst WM-Vorbereitung

Der Ebola-Ausbruch im Nordosten des Landes hatte die Vorbereitung der Nationalmannschaft beeinträchtigt. Wegen US-Vorgaben musste das Team vor der Abreise zur WM eine 21-tägige Quarantäne außerhalb des Landes absolvieren. Die Freude über die Rückkehr auf die große Fußball-Bühne nach 52 Jahren war umso größer.

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Ausgelassene Feiern in Kinshasa

Nach dem Auftakt-Remis wurde auf den Straßen der Hauptstadt Kinshasa ausgelassen gefeiert. „Die Leute kauften Bier und andere alkoholische Getränke, als hätten wir die Weltmeisterschaft gewonnen“, berichtete Fan Patrick Mwisi. Autos fuhren hupend durch die Straßen, Fans tanzten und sangen für ihre Mannschaft.

Jubel auch in Krisenregionen

Besonders bemerkenswert war die Freude in Regionen, die normalerweise wenig Anlass zum Feiern haben. In den Kivu-Provinzen, wo Regierungstruppen und Milizen seit Jahren kämpfen und Millionen Menschen vertrieben sind, sowie in Ituri, dem Zentrum des Ebola-Ausbruchs, wurde ebenfalls gejubelt. Im Rathaus von Bunia, der Hauptstadt von Ituri, brach nach dem Ausgleichstreffer von Wissa ohrenbetäubender Jubel aus. Ein Fan erzählte: „Wir alle schrien aus vollem Hals bis zum Schlusspfiff.“

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