Historischer Schritt in der Bundesliga: Kompany feiert Etas Beförderung als Schlüsselmoment
Die Ernennung von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin des 1. FC Union Berlin hat in der Fußball-Bundesliga für Aufsehen gesorgt. Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern München, sieht darin eine historische Dimension. „Das ist ein Schlüsselmoment“, betonte der Belgier in einer aktuellen Stellungnahme. Er hob hervor, dass dieser Schritt weit über einen einfachen Trainerwechsel hinausgeht.
Vorbildfunktion für junge Fußballerinnen
Kompany verwies insbesondere auf die Signalwirkung für den Nachwuchs. „Das eröffnet Möglichkeiten für kleine Mädchen, die gerade Fußball spielen und nun denken, ich könnte überall Trainerin werden, sehr erfolgreich sein und eine richtige Karriere haben“, erklärte der 40-Jährige. Diese Geschichten seien von großer Bedeutung für die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland.
Am vergangenen Sonntag war Eta nach der Freistellung von Steffen Baumgart zur Cheftrainerin befördert worden – ein in der Geschichte der Fußball-Bundesliga bisher einmaliger Vorgang. Für Tatjana Haenni, Club-Chefin von RB Leipzig, stellt dies einen „sehr schönen Meilenstein“ dar.
Fachliche Qualifikation im Vordergrund
Haenni zeigte sich überzeugt, dass Union Berlin gute fachliche Gründe für diese Entscheidung hatte. „Union wird gute Gründe für diese Entscheidung haben, die nichts damit zu tun haben, dass sie eine Frau ist, sondern fachlich sehr gut“, sagte die 59-jährige Schweizerin gegenüber der „Sport-Bild“.
Die Club-Chefin verwies auf historische Entwicklungen im Fußball: „Der Fußball war historisch männergeführt, die Rolle der Frau war vor 40, 50 Jahren anders als heute.“ Sie hob positive Entwicklungen in nordischen Ländern hervor und betonte, dass man sich auf einem guten Weg befinde. Von Frauenquoten hält Haenni wenig: „Es geht um die richtige Person.“
Kompany mahnt zu Geduld und Fairness
In einem wichtigen Punkt äußerte Kompany jedoch besondere Erwartungen: Er wünscht sich, dass Eta „nicht wie ein Mann behandelt“ werde – insbesondere was die Geduld angeht. „Im Trainer-Job gibt es nicht sehr viel Geduld aus den Führungsebenen“, gab der Bayern-Trainer zu bedenken.
Unions Geschäftsführer Horst Heldt hatte bereits am Montag nicht ausgeschlossen, dass Eta auch über das Saisonende hinaus in der Verantwortung stehen könnte. Dies unterstreicht das Vertrauen, das der Verein in ihre fachlichen Qualifikationen setzt.
Die Beförderung von Marie-Louise Eta markiert somit nicht nur einen personellen Wechsel bei Union Berlin, sondern steht symbolisch für einen Wandel im deutschen Profifußball. Beobachter sehen darin einen wichtigen Schritt hin zu mehr Diversität und Chancengleichheit in einer traditionell männerdominierten Sportbranche.



