Kolumbien hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft seine Ambitionen untermauert und steht nach einem 1:0 (1:0)-Sieg gegen Ghana im Sechzehntelfinale. Das Team um Bayern-Star Luis Diaz bekommt es nun im Achtelfinale am Dienstag in Vancouver mit der Schweiz zu tun. Sollte auch Argentinien seine Favoritenrolle gegen Ägypten bestätigen, käme es im Viertelfinale in Kansas City zu einem Südamerika-Klassiker.
Stimmung in Kansas City: Gelbe und himmelblaue Massen
Bereits in der Vorrunde sorgten die Fans für beeindruckende Bilder. Beim Spiel von Lionel Messi und Argentinien gegen Algerien füllten rund 40.000 himmelblau-weiß gekleidete Anhänger das Stadion der Kansas City Chiefs. Beim Sieg Kolumbiens gegen Ghana leuchteten knapp 40.000 Fans in Gelb. Sollten beide Teams das Viertelfinale erreichen, wäre der Ausnahmezustand in der Stadt im mittleren Westen der USA perfekt – es wäre eine Neuauflage des Copa-América-Endspiels von 2024.
Lorenzo warnt vor der Schweiz
Kolumbiens Trainer Nestor Lorenzo wollte jedoch nicht zu weit vorausschauen. „Die Schweizer sind wie eine geölte Maschine. Das wird nicht einfach“, warnte der Argentinier, für den ein Duell mit Landsmann Messi persönlich ein Highlight wäre. Nach dem Sieg gegen Ghana lobte er die Fans: „Die Leidenschaft unserer Fans ist großartig. Sie folgen uns überall hin. Egal, wo wir spielen.“
Chancenverwertung: Einziger Wermutstropfen
Die bisherige Turnierform der Kolumbianer macht Hoffnung. Gegen Titelverteidiger Argentinien wären sie nicht chancenlos, bereitet doch nur die mangelnde Chancenverwertung Sorgen. Auch gegen Ghana vergaben die Südamerikaner viele Gelegenheiten. Ein Treffer von Luis Diaz wurde wegen Abseits aberkannt – bereits im Vorrundenspiel gegen Usbekistan waren dem Bayern-Star zwei Tore aberkannt worden. Trotz seiner Torlosigkeit wurde Diaz zum Spieler des Spiels gewählt. „Ich glaube, wir haben ein tolles Spiel gemacht. Wir müssen nur noch ein paar Tore mehr machen“, sagte Diaz. Dass Jhon Arias in der 14. Minute vor 69.045 Zuschauern das entscheidende Tor erzielte, war ihm egal: „Wir sind wie eine Familie. Jeder ist für den anderen da.“
Kolumbien träumt vom ersten Viertelfinale seit 2014
Kolumbien hofft auf das erste Viertelfinale seit 2014, als man knapp an Gastgeber Brasilien scheiterte. Brasilien verlor daraufhin legendär mit 1:7 gegen den späteren Weltmeister Deutschland. Während die DFB-Elf längst ausgeschieden ist und auf den designierten Bundestrainer Jürgen Klopp setzt, glaubt man in Kolumbien an den großen Coup. „Mit den Fans im Rücken kann man viel erreichen. Sie geben uns sehr viel Kraft“, so Diaz.
Afrikas schwache Bilanz im Sechzehntelfinale
Ghana hingegen enttäuschte. Trainer-Veteran Carlos Queiroz hatte die Bedeutung für den gesamten Kontinent betont, doch von zehn afrikanischen Teams im Sechzehntelfinale schieden sieben aus – darunter Ghana. Nur Ägypten und Marokko erreichten das Achtelfinale.



