Klose rechnet mit Nationalmannschaft ab: 'Das hat mir nicht gefallen'
Der Weltmeister von 2014 und Rekordtorschütze Miroslav Klose (47) hat in einem aktuellen Interview mit RTL/ntv und sport.de überraschend scharfe Kritik an der deutschen Fußballnationalmannschaft geäußert. Der ehemalige Stürmer ließ kein gutes Haar an der aktuellen Einstellung und Leistung des DFB-Teams.
Klare Worte zur fehlenden Einstellung
„Es waren Spiele dabei, wo ich lieber nichts sage. Die waren nicht so, wie ich Deutschland gerne sehe“, erklärte Klose deutlich. Der 47-Jährige wurde noch konkreter: „Ich weiß, dass man in den Länderspielpausen, wenn man international spielt, in der Champions League, zur Nationalmannschaft kommt, sagt: mehr oder weniger können wir uns ein paar Tage ausruhen. So haben sie vielleicht manches Spiel bestritten – und das hat mir nicht gefallen.“
Für den Rekordtorschützen steht fest: „Es ist klar, dass es eine Ehre sein muss, für Deutschland zu spielen. Das darf nicht selbstverständlich sein.“ Diese grundlegende Haltung vermisst Klose bei der aktuellen Mannschaft deutlich.
Führungsproblem bei junger Mannschaft
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die fehlende Führungsspieler. „Es gibt nicht viele, die dieses Amt übernehmen können, die Führung für Deutschland. Deswegen braucht es Spieler, die da reinwachsen müssen – vor allem bei einer jungen Mannschaft. Ich bin gespannt, wer sich da durchsetzt“, so Klose.
Mit Blick auf die anstehende WM 2026 nannte der ehemalige Nationalspieler auch seine Sturm-Hoffnung: einen fitten Niclas Füllkrug. Gleichzeitig relativierte er: „Vorne kann bei uns jeder treffen. Es gibt nicht diesen einen. Ich bin auch ein Fan von Woltemade. Aber es kommt auf die Spieler an, gegen wen wir spielen, wie wir spielen. Jeder muss bereit sein, weil in einem Turnier alles passieren kann. Da gibt es nicht diesen einen Stürmer.“
Parallelen zu Nürnberger Erfahrungen
Zuvor hatte Klose selbst für Schlagzeilen gesorgt – allerdings beim 1. FC Nürnberg, wo er als Trainer tätig ist. Nach zähen Verhandlungen verlängerte er seinen Vertrag beim Zweitligisten. „Es gab Dinge, die aufgearbeitet werden mussten. Es bringt nichts, wenn man sich liebhat, den Vertrag verlängert und die Probleme im Haus bleiben“, erklärte Klose zu den schwierigen Gesprächen.
Der Trainer fordert Realismus für seinen Verein: „Wir müssen etwas aufbauen, Stabilität reinbekommen. Nur dann können wir in den nächsten Jahren etwas mit dem Aufstieg zu tun haben. Natürlich ist es nicht schön – vor allem nicht für einen Trainer –, wenn dir das Herz öfter herausgerissen wird. So viele Herzen habe ich gar nicht.“
Die deutlichen Worte des WM-Rekordtorschützen zeigen, dass Klose auch nach seiner aktiven Karriere nicht mit Kritik an der Nationalmannschaft zurückhält und klare Erwartungen an die kommende Generation formuliert.



