Miroslav Klose über taktische Herausforderungen: Jedes Spiel ist ein Neuanfang
Der Profifußball gleicht einem ewigen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Trainern und ihren Gegnern. Miroslav Klose, der 47-jährige Trainer des 1. FC Nürnberg, muss diese Erfahrung in der 2. Bundesliga besonders intensiv machen. Alle drei bis sechs Spiele steht der ehemalige Nationalstürmer vor der Herausforderung, seine taktischen Konzepte fast von Grund auf neu zu entwickeln.
Die ständige Anpassung als Traineralltag
Klose erklärt das Phänomen so: „Das mag ich an der 2. Liga: Man muss sich immer anpassen und verändern – gegen den Ball und mit Ball. Die Analysten sind so gut. Alle drei bis sechs Spiele ist es immer so weit, dass sie wissen: Wenn man das macht, dann so und so. Und sie bereiten sich darauf vor.“
Diese permanente Entschlüsselung seiner Spielweise durch gegnerische Analysten zwingt Klose und sein Trainerteam, zu dem Co-Trainer Jerome Polenz (39) und Javier Pinola (43) gehören, zu kontinuierlicher Innovation. Für den FCN-Coach ist dies jedoch kein Grund zur Frustration, sondern vielmehr eine faszinierende Herausforderung: „Aber das ist das Geile am Trainerjob und macht Spaß. Denn das eine sind die Basics und das andere Lösungen.“
Neue Pressing-Ansätze und ihre Umsetzung
Die jüngste taktische Anpassung betraf das defensive Verhalten vor dem Spiel gegen Braunschweig. Klose hatte Anpassungen gegen den Ball eingeführt, ist mit der Umsetzung des Pressings jedoch noch nicht vollständig zufrieden: „Wir stellen nicht nur bei Abstoß im Eins-gegen-eins zu, sondern auch aus dem Spiel. Doch manchmal fehlen zwei Meter vorne, rechts oder links, der Gegner hat mehr Platz und schon kommen die raus.“
Ein konkretes Beispiel für diese Abstimmungsprobleme zeigte sich beim 0:2 gegen Dynamo Dresden. Die mangelnde Koordination zwischen Fabio Gruber (23) und Berkay Yilmaz (21) ermöglichte es den Sachsen, sich durchzukombinieren und das 0:1 zu erzielen. Trotz dieser Rückschläge bleibt Klose optimistisch: „Wir wollen nach vorn attackieren und der andere sichert ab. Aber zum Lernen war es trotzdem gut.“
Vorbereitung auf die kommende Saison
Interessanterweise denkt Klose bei diesen taktischen Experimenten bereits über die nächste Spielzeit hinaus. Der Trainer betont: „Ich habe zwar gesagt, wir experimentieren nicht, was Spieler angeht, aber wir wollen schon Sachen anpassen. Das ist für mich aktiver Fußball.“
Die größte Herausforderung sieht Klose in der notwendigen Konzentration seiner Spieler: „Da braucht es die Aufmerksamkeit der Spieler, was bei uns so ein bisschen fehlt, weil sie manchmal so abschalten und ein bisschen schläfrig wirken.“ Für ein erfolgreiches Pressing und mehr Druck auf den Gegner müssen laut Klose alle Spieler durchgehend hellwach und fokussiert sein.
Die ständige taktische Anpassung bleibt damit ein zentraler Bestandteil von Kloses Trainerphilosophie beim 1. FC Nürnberg – eine Herausforderung, die er trotz aller Schwierigkeiten als bereichernden Teil seiner Trainertätigkeit betrachtet.



