Jürgen Klopp hat am Donnerstagabend offiziell bestätigt, dass er mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) über die Nachfolge von Julian Nagelsmann als Bundestrainer gesprochen hat. In einem Interview bei MagentaTV erklärte der 57-Jährige: „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit.“ Damit untermauert Klopp sein Interesse an der Position, die nach dem überraschenden Rücktritt von Nagelsmann vakant geworden war.
Klopp: „Ich bin bereit“ – aber es gibt Hürden
Der ehemalige Liverpool-Trainer betonte jedoch, dass vor einer endgültigen Zusage noch wichtige Details mit seinem aktuellen Arbeitgeber Red Bull geklärt werden müssten. „Es müssen noch Dinge mit Red Bull besprochen werden“, so Klopp. Er stehe derzeit noch in einem Beratervertrag mit dem Getränke- und Sportkonzern, der eine zeitnahe Lösung erfordere. Die Gespräche mit DFB-Sportdirektor Rudi Völler und anderen Verantwortlichen seien konstruktiv verlaufen, aber noch nicht abgeschlossen.
Hintergrund: Nagelsmanns Rücktritt und die Folgen
Julian Nagelsmann hatte am Mittwoch überraschend sein Amt als Bundestrainer niedergelegt, offiziell aus persönlichen Gründen. Der 37-Jährige war erst im September 2023 Nachfolger von Hansi Flick geworden. Sein Rücktritt hatte den DFB in eine schwierige personelle Situation gestürzt, nur wenige Monate vor der Europameisterschaft 2024 im eigenen Land. Die Nationalmannschaft steht unter Druck, nach zuletzt schwachen Leistungen bei den Länderspielen.
Klopp, der nach neun Jahren bei Liverpool im Sommer 2023 eine Auszeit genommen hatte, gilt als Wunschkandidat vieler Fans und Experten. Seine Erfolge mit Borussia Dortmund und dem FC Liverpool – darunter zwei Meisterschaften und der Champions-League-Titel – machen ihn zu einer der profiliertesten Trainerpersönlichkeiten weltweit.
Reaktionen aus dem DFB und der Fußballwelt
DFB-Präsident Bernd Neuendorf zeigte sich erfreut über Klopps Bereitschaft, betonte aber, dass es noch keine endgültige Entscheidung gebe. „Wir führen Gespräche mit mehreren Kandidaten, Jürgen Klopp ist einer davon. Seine Aussage ist ein positives Signal“, sagte Neuendorf der dpa. Auch Rudi Völler äußerte sich zurückhaltend optimistisch: „Jürgen hat außergewöhnliche Qualitäten, aber wir müssen alle Rahmenbedingungen klären.“
In den sozialen Medien löste Klopps Bestätigung eine Welle der Begeisterung aus. Fans und ehemalige Spieler wie Lothar Matthäus und Bastian Schweinsteiger sprachen sich für eine schnelle Verpflichtung aus. „Klopp ist der ideale Mann für diesen Job. Er bringt Erfahrung, Charisma und eine klare Spielphilosophie mit“, schrieb Matthäus auf X.
Ausblick: Zeitplan und nächste Schritte
Der DFB strebt eine baldige Lösung an, um die Planungen für die EM 2024 voranzutreiben. Sollte Klopp zusagen, wäre er der erste Bundestrainer seit 2006, der nicht aus dem eigenen Verband kommt – damals übernahm Jürgen Klinsmann. Medienberichten zufolge könnte eine Entscheidung bereits in der kommenden Woche fallen. Bis dahin müssen die Vertragsdetails mit Red Bull geklärt sein.
Klopp selbst machte deutlich, dass er die Herausforderung annehmen möchte, aber keine überstürzte Entscheidung treffen werde. „Es geht um die Nationalmannschaft, um Deutschland. Das ist eine Herzensangelegenheit. Aber ich muss auch fair zu Red Bull sein“, sagte er abschließend.



